Handel und Kalkulation

Vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis und zurück: die Rechner, mit denen Handel, Handwerk und Dienstleistung kalkulieren. Alle zeigen den Rechenweg, damit die Zahl in der Besprechung erklärbar bleibt, und alle rechnen netto, weil die Mehrwertsteuer ein durchlaufender Posten ist.

In welcher Reihenfolge man sie braucht

Die Kette beginnt beim Bezugspreis und endet beim Urteil über die Investition. Jeder Rechner beantwortet eine Stufe:

StufeFrageRechnerBeispiel
1Welchen Verkaufspreis ergibt mein Einkaufspreis mit Handlungskosten und Gewinn?Handelskalkulation120 € × 1,25 × 1,20 = 180 € netto
2Wie viel vom Verkaufspreis bleibt als Rohertrag?Marge60 ÷ 180 = 33,33 %
3Ist „30 % Aufschlag“ dasselbe wie „30 % Marge“?Aufschlag oder MargeNein: 30 % Aufschlag sind 23,08 % Marge
4Was bleibt nach allen variablen Kosten, und ab welcher Menge trägt sich das Produkt?Deckungsbeitrag21,40 € je Stück, Break-even bei 842 Stück
5Was hat die Investition dahinter gebracht?ROI7.500 ÷ 50.000 = 15 %
–Wie viel spare ich, wenn ich früh zahle?Skonto2 % in 10 Tagen ≈ 36 % p. a.

Kalkulation

  • HandelskalkulationBezugspreis, Handlungskosten, Gewinn, Mehrwertsteuer; vorwärts, rückwärts und als Differenzkalkulation, mit Kundenskonto und -rabatt im Hundert
  • Marge berechnenRohertrag, Marge und Aufschlag in einem Ergebnis; Verkaufspreis aus der Zielmarge
  • Aufschlag oder Marge?50 % Aufschlag sind 33,33 % Marge; Umrechnungstabelle und Branchenwerte
  • Preiserhöhung berechnenNeuer Preis, Prozentsatz, mehrere Anpassungen hintereinander

Ertrag und Zahlung

Die Begriffe, die verwechselt werden

BegriffBezugsgrösseBei EK 120 €, VK 180 €, 6 € Versand
RohertragEuro60 €
Aufschlag (Kalkulationszuschlag)Einkaufspreis50 %
Marge (Handelsspanne, Bruttomarge)Verkaufspreis33,33 %
KalkulationsfaktorVK ÷ EK1,5
DeckungsbeitragVK minus alle variablen Kosten54 € (30 %)
Gewinnnach Fixkosteneine andere Rechnung

Die häufigste Fehlerquelle in dieser Kette ist die Verwechslung von Aufschlag und Marge. Wer 30 % auf den Einkauf schlägt und 30 % Marge erwartet, bekommt 23,08 %: auf 200.000 € Umsatz rund 14.000 € weniger Rohertrag als geplant. Die zweite: Marge mit Gewinn gleichsetzen. Von der Marge gehen Versand, Gebühren, Miete und Personal noch ab; was wirklich bleibt, zeigt der Deckungsbeitrag.

Drei Regeln für jede Kalkulation

  • Netto rechnen. Die Mehrwertsteuer kommt ganz zuletzt auf den fertigen Verkaufspreis und gehört weder in den Aufschlag noch in die Marge.
  • Faktoren multiplizieren. 25 % Handlungskosten und 20 % Gewinn sind 1,25 × 1,20 = 50 % Aufschlag, nicht 45 %.
  • Rückwärts teilen. Vom Verkaufspreis zum höchsten Einkaufspreis, vom Brutto zum Netto, vom Zahlbetrag zur Rechnung: immer durch den Faktor, nie den Prozentsatz abziehen.

Häufige Fragen

Welchen Aufschlag brauche ich für 30 % Marge?

42,86 %: Aufschlag = Marge ÷ (100 − Marge) × 100 = 30 ÷ 70 × 100. Bei 40 € Einkauf ist der Verkaufspreis 40 ÷ 0,7 = 57,14 € netto. Wer stattdessen 30 % aufschlägt, landet bei 52 € und nur 23,08 % Marge.

Was ist der Unterschied zwischen Marge und Deckungsbeitrag?

Die Marge zieht nur den Einkaufspreis ab, der Deckungsbeitrag alle variablen Kosten: auch Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Provision. Bei 180 € Verkaufspreis, 120 € Ware und 6 € Versand ist die Marge 60 € (33,33 %), der Deckungsbeitrag 54 € (30 %).

Ab wie vielen Stück trägt sich ein Produkt?

Fixkosten geteilt durch Deckungsbeitrag je Stück. Bei 18.000 € Fixkosten und 21,40 € Deckungsbeitrag sind das 842 Stück: der Break-even. Alles darüber ist Gewinn, alles darunter Verlust, selbst wenn jedes Stück einen positiven Deckungsbeitrag hat.

Wie rechne ich vom Marktpreis zurück auf den höchsten Einkaufspreis?

Rückwärtskalkulation: durch die Faktoren teilen, in umgekehrter Reihenfolge. Marktpreis 199 € netto ÷ 1,20 (Gewinn) ÷ 1,25 (Handlungskosten) = 132,67 €. Liegt das Lieferantenangebot darüber, muss verhandelt oder der Gewinn gekürzt werden.

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