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Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.

Gehaltserhöhung berechnen

Vor dem Gehaltsgespräch lohnt es sich zu wissen, was eine Prozentzahl konkret bedeutet. „Fünf Prozent“ klingt anders als „160 Euro im Monat“, und im Jahr sind es 1.920 Euro. Der Rechner zeigt Erhöhung, neues Gehalt und Jahresplus mit Rechenweg; darunter erfährst du, wie du einen Eurobetrag in Prozent umrechnest, was von der Erhöhung netto bleibt und wie Inflation und Tarifstufen hineinspielen.

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So wird die Erhöhung berechnet

Eine Gehaltserhöhung ist ein Prozentwert vom bisherigen Gehalt. Das alte Gehalt ist der Grundwert, der Prozentsatz die vereinbarte Erhöhung:

Erhöhung = altes Gehalt × Prozentsatz ÷ 100
Neues Gehalt = altes Gehalt + Erhöhung
oder direkt: neues Gehalt = altes Gehalt × (1 + Prozentsatz ÷ 100)

Der Rechner zeigt zusätzlich das Plus aufs Jahr gerechnet (mal zwölf), weil sich damit besser argumentieren lässt, und weil es die Zahl ist, die dein Arbeitgeber im Kopf hat.

Beispiel Schritt für Schritt

Aufgabe: 3.200 € brutto im Monat, Erhöhung um 5 %.

Erhöhung im Monat
3.200 × 5 ÷ 100 = 160,00 €
Neues Monatsgehalt
3.200 + 160 = 3.360,00 €
Plus im Jahr
160 × 12 = 1.920,00 €
Kontrolle über den Faktor
3.200 × 1,05 = 3.360,00 €

Bei 13 Gehältern oder Weihnachts- und Urlaubsgeld, die sich am Monatsgehalt bemessen, fällt das Jahresplus entsprechend höher aus: 160 × 13 = 2.080 €.

Eurobetrag in Prozent umrechnen

Oft läuft es andersherum: Der Arbeitgeber bietet „200 € mehr“, und du willst wissen, wie viel Prozent das sind. Das ist eine prozentuale Veränderung mit dem alten Gehalt als Basis:

Erhöhung in % = Erhöhung in € ÷ altes Gehalt × 100
200 ÷ 3.200 × 100 = 6,25 %

Kennst du nur altes und neues Gehalt, rechnest du mit der Differenz: Von 3.200 € auf 3.360 € sind (3.360 − 3.200) ÷ 3.200 × 100 = 5 %. Wichtig: immer durch das alte Gehalt teilen, nicht durch das neue. Sonst kommen 4,76 % heraus.

Brutto ist nicht netto

Alle Werte hier sind Bruttowerte, und verhandelt wird immer brutto. Was von der Erhöhung auf dem Konto ankommt, hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Krankenkasse und Bundesland ab. Weil die Erhöhung oben auf dein Gehalt kommt, wird sie mit deinem Grenzsteuersatz belastet. Der ist höher als der Durchschnittssatz auf das ganze Gehalt. Grob bleiben von einer Erhöhung 50 bis 60 % netto übrig: Von 160 € brutto mehr sind es bei Steuerklasse I etwa 85 bis 95 €.

Zwei Effekte kommen dazu. Erstens die Beitragsbemessungsgrenzen: Wer mit dem Gehalt über die Grenze der Kranken- oder Rentenversicherung rutscht, zahlt auf den Teil darüber keine Beiträge mehr, und die Erhöhung kommt netto stärker an. Zweitens die Progression: Je höher das Gehalt, desto höher der Grenzsteuersatz: bis zum Spitzensteuersatz von 42 %.

Inflation gegenrechnen

Eine Erhöhung um 2 % bei 3 % Inflation ist real eine Kürzung. Die reale Veränderung ist nicht einfach die Differenz der Prozentsätze, sondern der Quotient der Faktoren:

reale Veränderung = (1 + Erhöhung ÷ 100) ÷ (1 + Inflation ÷ 100) − 1
1,02 ÷ 1,03 − 1 = −0,0097 → −0,97 %

Bei kleinen Zahlen liegt das nah an der Differenz (2 − 3 = −1 Prozentpunkt), aber es ist nicht dasselbe. Als Untergrenze für ein Gehaltsgespräch gilt deshalb der Inflationsausgleich: Erst was darüber liegt, ist eine echte Erhöhung.

Mehrere Erhöhungen hintereinander

Tarifabschlüsse kommen oft in Stufen, etwa 3 % ab April und 2,8 % ab dem folgenden Mai. Zusammen sind das nicht 5,8 %, weil die zweite Stufe auf das schon erhöhte Gehalt wirkt. Die Faktoren werden multipliziert:

Erste Stufe
3.200 × 1,03 = 3.296,00 €
Zweite Stufe
3.296 × 1,028 = 3.388,29 €
Gesamt
1,03 × 1,028 = 1,0588 → +5,88 % (nicht 5,8 %)

Bei kleinen Prozentsätzen ist der Unterschied gering, über mehrere Jahre wird er sichtbar: Fünf Jahre je 3 % sind 1,035 = 1,159, also +15,9 % statt 15 %. Dasselbe Prinzip wie beim Zinseszins.

Stundenlohn und Mindestlohn

Für Stundenlöhne gilt dieselbe Rechnung: 15,50 € plus 4 % sind 15,50 × 1,04 = 16,12 €. Auf einen Monat mit 40 Wochenstunden kommst du über 40 × 52 ÷ 12 = 173,33 Stunden: 16,12 × 173,33 = 2.794,08 € brutto.

Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1. Januar 2026 von 12,82 € auf 13,90 € gestiegen: eine Erhöhung um (13,90 − 12,82) ÷ 12,82 × 100 = 8,42 %. Zum 1. Januar 2027 folgen 14,60 €, weitere 5,04 %. Bei Vollzeit entspricht 13,90 € etwa 2.409 € brutto im Monat.

Wie viel ist realistisch?

Bei gleichbleibender Position sind 3 bis 5 % üblich, nach einer Weiterbildung, mehr Verantwortung oder beim Wechsel des Arbeitgebers deutlich mehr: 10 bis 20 % sind bei einem Stellenwechsel nicht ungewöhnlich. Wer verhandelt, nennt eine konkrete Zahl in Euro und Prozent, begründet sie mit Ergebnissen und lässt sich Spielraum: Wer 8 % fordert, kann bei 5 % landen; wer 5 % fordert, landet selten darüber.

AnlassÜbliche SpanneBei 3.200 €
Inflationsausgleich2–3 %64–96 €
Jährliche Anpassung, gleiche Rolle3–5 %96–160 €
Mehr Verantwortung, Beförderung5–10 %160–320 €
Wechsel des Arbeitgebers10–20 %320–640 €

Typische Fehler

  • Durch das neue Gehalt teilen. 160 ÷ 3.360 = 4,76 % ist falsch; die Basis ist das alte Gehalt: 160 ÷ 3.200 = 5 %.
  • Stufen addieren. 3 % und 2,8 % sind zusammen 5,88 %, nicht 5,8 %.
  • Brutto mit netto verwechseln. Vom Plus kommt nur etwa die Hälfte bis 60 % auf dem Konto an.
  • Inflation vergessen. 2 % bei 3 % Inflation sind real −0,97 %.
  • Prozent und Prozentpunkte verwechseln. Von 3 auf 4 % Erhöhung ist ein Prozentpunkt mehr, aber eine um 33 % höhere Erhöhung: siehe Prozentpunkte oder Prozent.
  • Nur den Monat sehen. 160 € im Monat sind 1.920 € im Jahr, und über zehn Jahre mit weiteren Erhöhungen deutlich mehr.

Vorgerechnete Beispiele

Altes Gehalt und ErhöhungPlus im MonatNeues GehaltPlus im Jahr
3.200 € + 5 %160,00 €3.360,00 €1.920,00 €
2.500 € + 3 %75,00 €2.575,00 €900,00 €
4.000 € + 10 %400,00 €4.400,00 €4.800,00 €
3.000 € + 2,5 %75,00 €3.075,00 €900,00 €
2.100 € + 4 %84,00 €2.184,00 €1.008,00 €
5.500 € + 1,8 %99,00 €5.599,00 €1.188,00 €
3.800 € + 7 %266,00 €4.066,00 €3.192,00 €
2.900 € + 12 %348,00 €3.248,00 €4.176,00 €
45.000 € Jahresgehalt + 6 %225,00 €47.700,00 € im Jahr2.700,00 €
15,50 €/h + 4 %0,62 €/h16,12 €/hca. 1.290 € bei Vollzeit

Häufige Fragen zur Gehaltserhöhung

Wie berechne ich eine Gehaltserhöhung in Prozent?

Altes Gehalt mal Prozentsatz geteilt durch 100 ergibt das Plus; dazu das alte Gehalt ergibt das neue. Bei 3.200 € und 5 %: 3.200 × 0,05 = 160 €, neues Gehalt 3.360 €, im Jahr 1.920 € mehr. Schneller: 3.200 × 1,05.

Wie rechne ich eine Erhöhung in Prozent um, wenn ich den Eurobetrag kenne?

Erhöhung geteilt durch das alte Gehalt, mal 100. 160 € auf 3.200 € sind 160 ÷ 3.200 × 100 = 5 %. Immer durch das alte Gehalt teilen: durch das neue käme 4,76 % heraus, und das wäre falsch.

Wie viel Prozent Gehaltserhöhung sind realistisch?

Bei gleichbleibender Position sind 3 bis 5 % üblich, bei mehr Verantwortung 5 bis 10, bei einem Stellenwechsel 10 bis 20 %. Als Untergrenze gilt der Inflationsausgleich. Alles darunter ist real eine Kürzung. Fordere etwas mehr, als du erwartest, damit Spielraum bleibt.

Rechne ich mit Brutto oder Netto?

Verhandelt wird immer brutto. Vom Plus bleiben nach Steuern und Sozialabgaben grob 50 bis 60 % übrig, weil die Erhöhung mit deinem Grenzsteuersatz belastet wird. Von 160 € brutto mehr kommen bei Steuerklasse I etwa 85 bis 95 € netto an.

Was bleibt von der Erhöhung nach der Inflation?

Die reale Veränderung ist (1 + Erhöhung) ÷ (1 + Inflation) − 1. Bei 5 % Erhöhung und 2,5 % Inflation: 1,05 ÷ 1,025 − 1 = +2,44 %. Bei 2 % Erhöhung und 3 % Inflation: 1,02 ÷ 1,03 − 1 = −0,97 %: ein realer Verlust.

Wie rechne ich zwei Erhöhungen hintereinander zusammen?

Die Faktoren multiplizieren: 3 % und danach 2,8 % sind 1,03 × 1,028 = 1,0588, also +5,88 % insgesamt, nicht 5,8 %. Die zweite Erhöhung wirkt auf das schon erhöhte Gehalt.

Wie viel ist der Mindestlohn gestiegen?

Zum 1. Januar 2026 von 12,82 € auf 13,90 € pro Stunde, also um 8,42 %. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 €, weitere 5,04 %. Bei einer 40-Stunden-Woche entsprechen 13,90 € rund 2.409 € brutto im Monat.

Wie rechne ich vom neuen Gehalt auf das alte zurück?

Neues Gehalt geteilt durch (1 + Prozentsatz ÷ 100). Nach 5 % Erhöhung sind es 3.360 €, also war es 3.360 ÷ 1,05 = 3.200 €. Nicht 5 % abziehen. Das ergäbe 3.192 €, weil sich die 5 % auf das kleinere alte Gehalt beziehen.

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Quellen

Über diesen Rechner

Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (12,5) ebenso wie den Punkt (12.5) und gibt Beträge im deutschen Format aus. Formeln und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026; Mindestlohnwerte nach dem Beschluss der Mindestlohnkommission. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.