Von Sophie Gehring · Formeln zuletzt geprüft am · Rechenfehler melden
Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.
Rabatt berechnen
Wie viel kostet der Artikel wirklich, und wie viel sparst du tatsächlich? Gib Preis und Rabatt ein: Endpreis und Ersparnis stehen sofort da, in Euro und mit Rechenweg. Darunter findest du die Formel, die Kopfrechen-Tricks, die Falle bei zwei Rabatten nacheinander und die Regeln, mit denen du echte Preisnachlässe von Werbe-Prozenten unterscheidest.
Auf dieser Seite
- So wird der Rabatt berechnet
- Beispiel: 89,99 € mit 30 % Rabatt
- Rabatt im Kopf rechnen
- Zwei Rabatte nacheinander
- Rabatt aus altem und neuem Preis
- Vom Endpreis zurück zum Originalpreis
- Prozent-Rabatt oder Euro-Gutschein?
- Rabatt, Mehrwertsteuer und Skonto
- Echte Rabatte erkennen
- Typische Fehler
- Vorgerechnete Rabatte
- Häufige Fragen
So wird der Rabatt berechnet
Ein Rabatt ist ein Prozentwert vom Originalpreis. Der Originalpreis ist der Grundwert (100 %), der Rabatt in Prozent ist der Prozentsatz, die Ersparnis in Euro ist der Prozentwert. Den Endpreis bekommst du, indem du die Ersparnis abziehst, oder in einem Schritt über den Prozentfaktor.
Ersparnis = Originalpreis × Rabatt ÷ 100
Endpreis = Originalpreis − Ersparnis
oder direkt: Endpreis = Originalpreis × (1 − Rabatt ÷ 100)
Der Ausdruck in der Klammer ist der Prozentfaktor. Bei 30 % Rabatt ist er 1 − 0,30 = 0,70: Du zahlst 70 % des Preises. Bei 15 % ist er 0,85, bei 50 % ist er 0,5. Wer mit dem Faktor rechnet, spart sich den zweiten Rechenschritt, und kommt bei mehreren Rabatten nacheinander gar nicht erst in Versuchung, die Prozente zu addieren.
Beispiel: 89,99 € mit 30 % Rabatt
Eine Jacke kostet 89,99 € und ist um 30 % reduziert. So sieht der Rechenweg aus, den dir der Rechner oben auch anzeigt:
- Ersparnis
- 89,99 × 30 ÷ 100 = 26,997 → 27,00 €
- Endpreis
- 89,99 − 27,00 = 62,99 €
- Kontrolle über den Faktor
- 89,99 × 0,7 = 62,993 → 62,99 €
Beide Wege führen zum selben Ergebnis. Die Rundung passiert erst ganz am Ende: Wer die 26,997 € vorher auf 27 € rundet und dann weiterrechnet, liegt bei grösseren Beträgen oder mehreren Schritten irgendwann einen Cent daneben. Der Rechner rechnet deshalb intern mit voller Genauigkeit und rundet nur die Anzeige.
Rabatt im Kopf rechnen
Im Laden hast du keinen Rechner in der Hand, aber die meisten Rabatte lassen sich aus 10 % zusammensetzen. 10 % bekommst du, indem du das Komma um eine Stelle nach links schiebst. Alles andere ist ein Vielfaches oder eine Hälfte davon.
| Rabatt | So rechnest du | Bei 47,90 € |
|---|---|---|
| 10 % | Komma eine Stelle nach links | 4,79 € |
| 5 % | die Hälfte von 10 % | 2,40 € |
| 15 % | 10 % plus 5 % | 7,19 € |
| 20 % | 10 % mal zwei | 9,58 € |
| 25 % | ein Viertel: durch 4 teilen | 11,98 € |
| 30 % | 10 % mal drei | 14,37 € |
| 33 % | knapp ein Drittel: durch 3 teilen | 15,81 € |
| 50 % | die Hälfte | 23,95 € |
Für den Endpreis rechnest du am schnellsten mit dem Rest: 30 % Rabatt heisst, du zahlst 70 %. 70 % von 47,90 € sind 7 × 4,79 € = 33,53 €. Das ist meist einfacher, als erst die Ersparnis auszurechnen und dann zu subtrahieren.
Zwei Rabatte nacheinander sind nicht die Summe
Das ist der Fehler, mit dem im Handel am meisten gearbeitet wird. „20 % und nochmal 10 % extra“ klingt nach 30 %. Es sind aber 28 %.
- Erster Rabatt
- 100 € × 0,8 = 80 €
- Zweiter Rabatt auf den neuen Preis
- 80 € × 0,9 = 72 €
- Gesamtnachlass
- 100 − 72 = 28 €, also 28 %, nicht 30 %
Der Grund: Der zweite Rabatt greift auf den bereits gesenkten Preis, nicht auf den Originalpreis. Als Faktoren gerechnet ist es 0,8 × 0,9 = 0,72. Die Faktoren werden multipliziert, die Prozente dürfen nicht addiert werden. Je grösser die Rabatte, desto grösser die Lücke:
| Rabatte nacheinander | Faktor | Tatsächlicher Nachlass | „Gefühlt“ |
|---|---|---|---|
| 10 % + 10 % | 0,9 × 0,9 = 0,81 | 19 % | 20 % |
| 20 % + 10 % | 0,8 × 0,9 = 0,72 | 28 % | 30 % |
| 15 % + 15 % | 0,85 × 0,85 = 0,7225 | 27,75 % | 30 % |
| 25 % + 25 % | 0,75 × 0,75 = 0,5625 | 43,75 % | 50 % |
| 30 % + 20 % | 0,7 × 0,8 = 0,56 | 44 % | 50 % |
| 40 % + 20 % | 0,6 × 0,8 = 0,48 | 52 % | 60 % |
| 50 % + 50 % | 0,5 × 0,5 = 0,25 | 75 % | 100 % |
Die Reihenfolge spielt dabei keine Rolle: 0,8 × 0,9 ist dasselbe wie 0,9 × 0,8. Ob erst 20 % und dann 10 % abgezogen werden oder umgekehrt, der Endpreis ist gleich. Nur addieren darfst du sie nie.
Den Rabatt aus altem und neuem Preis ermitteln
Manchmal kennst du beide Preise und willst wissen, wie hoch der Nachlass wirklich war. Das ist eine prozentuale Veränderung, bezogen auf den alten Preis:
Rabatt in % = (Originalpreis − Endpreis) ÷ Originalpreis × 100
Von 129 € auf 99 € sind das (129 − 99) ÷ 129 × 100 = 23,26 %. Wenn auf dem Schild „25 %“ steht, lohnt sich das Nachrechnen. Die gleiche Formel beantwortet die Frage nach dem Rabatt in Euro: 15 € Nachlass auf 60 € sind 15 ÷ 60 × 100 = 25 %.
Vom Endpreis zurück zum Originalpreis
Du siehst nur den reduzierten Preis und den Prozentsatz. Was hat der Artikel vorher gekostet? Hier wird geteilt, nicht aufgeschlagen. Der Endpreis ist ein verminderter Grundwert: 62,99 € sind nicht 100 %, sondern 70 %.
Originalpreis = Endpreis ÷ (1 − Rabatt ÷ 100)
- Richtig
- 62,99 ÷ 0,7 = 89,99 €
- Falsch
- 62,99 × 1,3 = 81,89 €. Das sind 30 % vom kleineren Betrag
Der Unterschied beträgt hier 8,10 €. Es ist derselbe Denkfehler wie beim Herausrechnen der Mehrwertsteuer: Wer 19 % vom Bruttobetrag abzieht statt durch 1,19 zu teilen, bekommt ein zu niedriges Netto.
Prozent-Rabatt oder Euro-Gutschein?
Shops bieten oft beides an: „20 % auf alles“ oder „15 € ab 50 € Bestellwert“. Welcher Gutschein mehr bringt, hängt vom Warenwert ab. Die Grenze liegt dort, wo der Prozent-Rabatt genauso viel wert ist wie der feste Betrag:
Grenzbetrag = Euro-Gutschein ÷ Prozent-Rabatt × 100
15 € ÷ 20 × 100 = 75 €
Unter 75 € Warenwert ist der 15-Euro-Gutschein besser (bei 60 € bringen 20 % nur 12 €), darüber der Prozent-Rabatt (bei 120 € sind es 24 €). Bei genau 75 € ist es egal.
Rabatt, Mehrwertsteuer und Skonto in der richtigen Reihenfolge
Auf einer Rechnung greifen die Nachlässe nacheinander, und die Reihenfolge ist festgelegt:
- Rabatt wird vom Listenpreis (netto) abgezogen und steht schon auf der Rechnung.
- Mehrwertsteuer kommt auf den rabattierten Nettobetrag.
- Skonto wird zuletzt vom Bruttobetrag abgezogen, wenn du innerhalb der Frist zahlst.
- Listenpreis netto
- 500,00 €
- 10 % Rabatt
- 500 × 0,9 = 450,00 € netto
- 19 % Mehrwertsteuer
- 450 × 1,19 = 535,50 € brutto
- 2 % Skonto
- 535,50 × 0,98 = 524,79 €: Skontobetrag 10,71 €
Rein rechnerisch käme derselbe Zahlbetrag heraus, wenn du das Skonto vor der Steuer abziehst: Faktoren lassen sich vertauschen. Buchhalterisch ist die Reihenfolge trotzdem nicht egal: Skonto mindert nachträglich das Entgelt, deshalb muss auch die Umsatzsteuer anteilig korrigiert werden (§ 17 UStG). Von den 10,71 € Skonto entfallen 9,00 € auf das Netto und 1,71 € auf die Steuer.
Echte Rabatte erkennen
Ein grosses Prozentzeichen sagt nichts darüber, ob du wirklich sparst. Entscheidend ist, worauf sich der Rabatt bezieht. Drei Regeln helfen beim Nachrechnen:
- Der niedrigste Preis der letzten 30 Tage zählt. Seit Mai 2022 muss bei jeder Preisermässigung der günstigste Preis angegeben werden, den der Händler in den 30 Tagen davor verlangt hat (§ 11 PAngV). Der Rabatt bezieht sich auf diesen Preis, nicht auf einen Fantasiepreis, der kurz vor der Aktion angehoben wurde.
- UVP ist kein Vorher-Preis. „50 % unter UVP“ vergleicht mit der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, die oft niemand verlangt hat. Rechne den Rabatt lieber gegen den Preis, den du im Preisvergleich findest.
- „Bis zu“ ist die Obergrenze. „Bis zu 70 %“ gilt für wenige Artikel; der Durchschnitt liegt meist weit darunter. Rechne für den Artikel, den du willst, mit dem Rabatt, der dort tatsächlich steht.
Gerade am Black Friday lohnt sich der Blick in den Preisverlauf: Wenn ein Artikel drei Wochen vorher 99 € kostete, dann auf 129 € stieg und jetzt „−25 %“ für 96,75 € angeboten wird, hast du 2,25 € gespart, nicht 32,25 €. Der Rechner oben zeigt dir mit der Eingabe von altem und neuem Preis in Sekunden, wie hoch der Nachlass wirklich ist.
Typische Fehler beim Rabatt rechnen
- Prozente addieren. 20 % + 10 % sind 28 %, nicht 30 %. Faktoren multiplizieren, nicht Prozente addieren.
- Vom Endpreis aufschlagen statt teilen. 30 % Rabatt macht man nicht mit „× 1,3“ rückgängig, sondern mit „÷ 0,7“.
- Prozent und Prozentpunkte verwechseln. Steigt ein Rabatt von 20 auf 30 %, sind das 10 Prozentpunkte mehr, aber 50 % mehr Rabatt.
- Zu früh runden. Erst am Ende auf Cent runden, sonst summieren sich die Abweichungen bei mehreren Schritten.
- Den falschen Bezugspreis nehmen. Der Rabatt bezieht sich auf den Preis der letzten 30 Tage, nicht auf die UVP.
- Rabatt und Skonto verwechseln. Rabatt steht auf der Rechnung, Skonto entscheidet sich erst beim Bezahlen.
Vorgerechnete Rabatte
| Preis und Rabatt | Ersparnis | Endpreis |
|---|---|---|
| 9,99 € − 20 % | 2,00 € | 7,99 € |
| 19,99 € − 30 % | 6,00 € | 13,99 € |
| 20 € − 30 % | 6,00 € | 14,00 € |
| 49,90 € − 10 % | 4,99 € | 44,91 € |
| 59,95 € − 50 % | 29,98 € | 29,97 € |
| 89,99 € − 30 % | 27,00 € | 62,99 € |
| 100 € − 20 % | 20,00 € | 80,00 € |
| 100 € − 25 % | 25,00 € | 75,00 € |
| 129 € − 23,26 % | 30,00 € | 99,00 € |
| 249 € − 15 % | 37,35 € | 211,65 € |
| 1.200 € − 5 % | 60,00 € | 1.140,00 € |
| 1.499 € − 35 % | 524,65 € | 974,35 € |
Häufige Fragen zum Rabatt
Wie berechne ich 15 % Rabatt?
Multipliziere den Preis mit 0,85. Aus 60 € werden 51 €, die Ersparnis beträgt 9 €. Im Kopf: 10 % von 60 € sind 6 €, 5 % sind 3 €, zusammen 9 €. Oder rechne 60 × 15 ÷ 100 = 9 und ziehe das vom Preis ab.
Wie viel ist 30 % Rabatt von 20 €?
Die Ersparnis beträgt 6 €, der Endpreis 14 €. Rechenweg: 20 × 30 ÷ 100 = 6, und 20 − 6 = 14. Schneller über den Faktor: 20 × 0,7 = 14 €.
Wie viel ist 9,99 € minus 20 %?
7,99 €. Die Ersparnis beträgt 9,99 × 0,2 = 1,998 €, gerundet 2,00 €. Der Endpreis ist 9,99 × 0,8 = 7,992 €, gerundet 7,99 €. Solche 99-Cent-Preise sind mit dem Faktor am einfachsten zu rechnen.
Sind 20 % plus 10 % Rabatt zusammen 30 %?
Nein, 28 %. Der zweite Nachlass wird auf den schon reduzierten Preis gerechnet: 0,8 × 0,9 = 0,72, du zahlst also 72 % des Originalpreises. Zwei Rabatte nacheinander sind immer weniger als ihre Summe.
Wie rechne ich vom reduzierten Preis auf den Originalpreis zurück?
Teile den Endpreis durch den Prozentfaktor: Originalpreis = Endpreis ÷ (1 − Rabatt ÷ 100). Bei 62,99 € nach 30 % Rabatt sind das 62,99 ÷ 0,7 = 89,99 €. Den Rabatt aufzuschlagen (× 1,3) wäre falsch, weil er sich auf den höheren Ausgangspreis bezieht.
Wird der Rabatt vor oder nach der Mehrwertsteuer abgezogen?
Vor der Steuer. Der Rabatt senkt den Nettobetrag, die Mehrwertsteuer wird anschliessend auf den reduzierten Nettowert berechnet. Für dich als Kunde ist der Bruttoendpreis derselbe, weil sich die Faktoren vertauschen lassen. Auf der Rechnung muss die Reihenfolge trotzdem stimmen.
Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?
Rabatt ist ein Preisnachlass, der schon auf der Rechnung steht: für Menge, Treue oder eine Aktion. Skonto ist ein Nachlass dafür, dass du früh bezahlst, meist 2 oder 3 % innerhalb von 10 bis 14 Tagen, und wird erst beim Bezahlen vom Bruttobetrag abgezogen.
Wie erkenne ich einen echten Rabatt?
Vergleiche mit dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage, nicht mit der UVP. Seit Mai 2022 muss dieser Preis bei jeder Ermässigung angegeben werden (§ 11 PAngV). Prüfe den Preisverlauf auf einem Vergleichsportal: Wurde der Preis kurz vor der Aktion angehoben, ist der Rabatt kleiner, als das Schild behauptet.
Was ist besser: 20 % Rabatt oder 15 € Gutschein?
Das hängt vom Warenwert ab. Die Grenze liegt bei 15 ÷ 20 × 100 = 75 €. Darunter bringt der Euro-Gutschein mehr (bei 60 € sind 20 % nur 12 €), darüber der Prozent-Rabatt (bei 120 € sind es 24 €).
Passende Rechner
- Mehrwertsteuer-Rechner: brutto und netto, 19 % und 7 %
- Skonto berechnen: Abzug bei früher Zahlung
- Prozentuale Veränderung: alten und neuen Preis vergleichen
- Prozent aufschlagen oder abziehen: der Prozentfaktor in beide Richtungen
- Preiserhöhung berechnen: neuer Preis und Prozentsatz
- Prozent in Excel berechnen: Rabatt in Excel: =B2*(1-C2)
Quellen
- § 11 PAngV: Preisermässigungen. Der Bezugspreis muss der niedrigste der letzten 30 Tage sein.
Über diesen Rechner
Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (9,99) ebenso wie den Punkt und gibt Beträge im deutschen Format aus. Formeln und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.
