Verkaufspreis  €, variable Kosten  €, Menge Stück

Von · Formeln zuletzt geprüft am · Rechenfehler melden

Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.

Deckungsbeitrag berechnen

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt, um die Fixkosten zu decken. Was danach noch da ist, ist Gewinn. Es ist die Kennzahl, an der sich entscheidet, ob ein Produkt bleibt oder aus dem Sortiment fliegt. Der Rechner zeigt Deckungsbeitrag je Stück, gesamt und die Quote; darunter stehen der Break-even, die Preisuntergrenze, die Sortimentsentscheidung und die Abgrenzung zur Marge.

Auf dieser Seite

Die Formeln

Deckungsbeitrag je Stück = Verkaufspreis − variable Kosten je Stück
Gesamter Deckungsbeitrag = Deckungsbeitrag je Stück × Menge
Deckungsbeitragsquote = Deckungsbeitrag ÷ Verkaufspreis × 100
Gewinn = gesamter Deckungsbeitrag − Fixkosten

Alle Beträge netto, ohne Mehrwertsteuer. Die Quote ist ein Prozentsatz mit dem Verkaufspreis als Grundwert. Sie sagt, wie viel von jedem Umsatz-Euro zur Deckung der Fixkosten beiträgt.

Beispiel Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein Artikel kostet 49,90 € netto und verursacht 28,50 € variable Kosten. Im Jahr werden 1.200 Stück verkauft, die Fixkosten betragen 18.000 €.

Deckungsbeitrag je Stück
49,90 − 28,50 = 21,40 €
Deckungsbeitragsquote
21,40 ÷ 49,90 × 100 = 42,89 %
Deckungsbeitrag gesamt
21,40 × 1.200 = 25.680,00 €
Gewinn
25.680 − 18.000 = 7.680,00 €

Jedes verkaufte Stück trägt 21,40 € zur Deckung der Fixkosten bei. Sind die gedeckt, ist jedes weitere Stück mit 21,40 € reiner Gewinn, nicht mit 49,90 €, und auch nicht mit dem „Gewinn je Stück“, den es so nur bei einer festen Menge gibt.

Variable und fixe Kosten unterscheiden

Variabel. Steigt mit jedem StückFix. Fällt an, auch wenn nichts verkauft wird
Material, WareneinsatzMiete, Pacht
Verpackung, VersandGehälter (ohne Stückprovision)
Verkaufsprovision, ZahlungsgebührenVersicherungen, Software-Abos
Fremdleistungen je AuftragAbschreibungen, Leasing
Energie in der ProduktionWerbung, Verwaltung

Die Grenze ist nicht immer scharf: Ein Lager, das bei 1.000 Stück reicht und bei 5.000 erweitert werden muss, ist sprungfix. Für die Entscheidung im Alltag reicht die Frage: Fällt diese Kostenposition weg, wenn ich ein Stück weniger verkaufe? Wenn ja, ist sie variabel.

Break-even: ab wann es sich rechnet

Teile die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag je Stück, und du weisst, wie viele Stück du verkaufen musst, bevor der erste Euro Gewinn entsteht. Über die Quote bekommst du denselben Punkt als Umsatz:

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag je Stück
Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote × 100

Break-even-Menge
18.000 ÷ 21,40 = 841,1 → 842 Stück
Break-even-Umsatz
18.000 ÷ 42,89 × 100 ≈ 41.970 €
Sicherheitsabstand bei 1.200 Stück
(1.200 − 842) ÷ 1.200 × 100 = 29,8 %. So weit darf der Absatz einbrechen, bevor Verlust entsteht

Kurz- und langfristige Preisuntergrenze

Der Deckungsbeitrag beantwortet auch die Frage, wie tief ein Preis im Notfall gehen darf. Kurzfristig. Um freie Kapazität zu füllen oder einen Auftrag nicht zu verlieren. Liegt die Untergrenze bei den variablen Kosten: 28,50 €. Jeder Euro darüber ist positiver Deckungsbeitrag. Langfristig müssen auch die Fixkosten verdient werden: Bei 1.200 Stück sind das 18.000 ÷ 1.200 = 15,00 € je Stück, die Untergrenze liegt also bei 28,50 + 15,00 = 43,50 €. Ein Sonderpreis von 35 € ist demnach für einen Zusatzauftrag in Ordnung, als Dauerpreis ruinös.

Welches Produkt lohnt sich mehr?

Der Deckungsbeitrag je Stück allein führt in die Irre, wenn Produkte unterschiedlich viel von einer knappen Ressource brauchen: Maschinenzeit, Regalfläche, Arbeitsstunden. Dann zählt der Deckungsbeitrag je Einheit des Engpasses:

ProduktDB je StückMaschinenzeit je StückDB je Maschinenstunde
A21,40 €30 Minuten42,80 €
B8,00 €6 Minuten80,00 €

A bringt je Stück mehr, B bringt je Stunde fast das Doppelte. Ist die Maschine der Engpass, gehört B vorgezogen. Ohne Engpass gilt die einfache Regel: Alles mit positivem Deckungsbeitrag bleibt im Sortiment, weil es zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Auch wenn es nach Vollkosten „Verlust“ macht.

Deckungsbeitrag I, II und III

Grössere Betriebe rechnen in Stufen, weil sich manche Fixkosten einem Produkt oder einer Sparte zuordnen lassen. DB I ist Umsatz minus variable Kosten. DB II zieht die produktfixen Kosten ab, etwa eine Maschine, die nur für dieses Produkt läuft. DB III zieht die Kosten der Sparte ab. Was nach allen Stufen bleibt, muss die unternehmensfixen Kosten decken.

DB I (1.200 Stück)
25.680,00 €
− produktfixe Kosten (Werkzeug, Produktwerbung)
6.000,00 €
DB II
19.680,00 €
− Anteil unternehmensfixe Kosten
12.000,00 €
Ergebnis
7.680,00 €

Deckungsbeitrag oder Marge?

Die Marge zieht nur den Einkaufspreis ab: Bei 49,90 € Verkauf und 25 € Wareneinsatz sind das 24,90 € oder 49,9 %. Der Deckungsbeitrag zieht alle variablen Kosten ab (auch Verpackung, Versand, Zahlungsgebühren und Provision, hier zusammen 3,50 €) und landet bei 21,40 € oder 42,89 %. Die Marge ist die Zahl für den Einkauf, der Deckungsbeitrag die für die Entscheidung. Im Onlinehandel liegt zwischen beiden oft mehr als ein Drittel.

Typische Fehler

  • Fixkosten auf das Stück umlegen und dann entscheiden. Der „Gewinn je Stück“ ändert sich mit der Menge; der Deckungsbeitrag nicht.
  • Versand und Gebühren vergessen. Sie sind variabel und gehören abgezogen. Sonst rechnet man mit der Marge statt dem Deckungsbeitrag.
  • Mit Bruttopreisen rechnen. Die Mehrwertsteuer ist kein Erlös.
  • Produkte mit positivem DB streichen. Sie tragen zu den Fixkosten bei; ohne sie muss der Rest mehr tragen.
  • Den Engpass ignorieren. Bei knapper Kapazität zählt der DB je Engpasseinheit, nicht je Stück.
  • Den kurzfristigen Sonderpreis zum Dauerpreis machen. Die variablen Kosten sind eine Untergrenze für Ausnahmen, nicht für das Sortiment.

Aufgaben zum Üben

Rechne erst selbst, dann klapp die Lösung auf. Alle Aufgaben lassen sich mit dem Rechner oben kontrollieren.

Aufgabe 1: Verkaufspreis 80 €, variable Kosten 52 €. Deckungsbeitrag und Quote?

80 − 52 = 28 € je Stück; 28 ÷ 80 × 100 = 35 %.

Aufgabe 2: Fixkosten 42.000 € im Jahr, Deckungsbeitrag 28 € je Stück. Break-even?

42.000 ÷ 28 = 1.500 Stück. Bei 80 € Verkaufspreis ist das ein Umsatz von 120.000 €.

Aufgabe 3: Es werden 2.000 Stück verkauft. Gewinn?

2.000 × 28 = 56.000 € Deckungsbeitrag; minus 42.000 € Fixkosten = 14.000 € Gewinn.

Aufgabe 4: Ein Kunde bietet für einen Zusatzauftrag 60 € je Stück. Annehmen?

60 − 52 = 8 € positiver Deckungsbeitrag je Stück. Kurzfristig ja, wenn freie Kapazität da ist und der Preis nicht die regulären Kunden verdirbt. Als Dauerpreis nein: 60 € liegen unter der langfristigen Untergrenze von 52 + 21 = 73 € (bei 2.000 Stück).

Aufgabe 5: Produkt X bringt 30 € DB bei 20 Minuten Maschinenzeit, Produkt Y 18 € bei 9 Minuten. Welches bevorzugen, wenn die Maschine der Engpass ist?

X: 30 ÷ 20 × 60 = 90 € je Stunde; Y: 18 ÷ 9 × 60 = 120 € je Stunde: Y zuerst, obwohl X je Stück mehr bringt.

Vorgerechnete Beispiele

VerkaufspreisVariable KostenDB je StückQuoteMengeDB gesamt
49,90 €28,50 €21,40 €42,89 %1.20025.680,00 €
80,00 €52,00 €28,00 €35,00 %2.00056.000,00 €
12,00 €4,50 €7,50 €62,50 %10.00075.000,00 €
250,00 €190,00 €60,00 €24,00 %30018.000,00 €
3,20 €2,90 €0,30 €9,38 %50.00015.000,00 €
99,00 €104,00 €−5,00 €−5,05 %500−2.500,00 €
1.500,00 €900,00 €600,00 €40,00 %4024.000,00 €

Häufige Fragen zum Deckungsbeitrag

Wie berechne ich den Deckungsbeitrag?

Verkaufspreis minus variable Kosten, beides netto. 49,90 € − 28,50 € = 21,40 € je Stück; mal Menge ergibt den gesamten Deckungsbeitrag, geteilt durch den Verkaufspreis die Quote (42,89 %). Was vom gesamten Deckungsbeitrag nach den Fixkosten bleibt, ist der Gewinn.

Welche Kosten sind variabel?

Alle, die mit der Menge steigen: Material, Wareneinsatz, Fremdleistungen, Verpackung, Versand, Zahlungsgebühren, Verkaufsprovision. Miete, Gehälter, Versicherungen und Abschreibungen sind fix und bleiben beim Deckungsbeitrag aussen vor. Testfrage: Fällt die Position weg, wenn ich ein Stück weniger verkaufe?

Wie berechne ich den Break-even-Punkt?

Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Stück: 18.000 € ÷ 21,40 € = 842 Stück. Als Umsatz: Fixkosten geteilt durch die Deckungsbeitragsquote, 18.000 ÷ 0,4289 ≈ 41.970 €. Ab dieser Menge ist jedes weitere Stück Gewinn.

Was bedeutet ein negativer Deckungsbeitrag?

Jedes verkaufte Stück vergrössert den Verlust, weil der Preis nicht einmal die variablen Kosten deckt. Dann hilft auch mehr Absatz nicht. Der Preis muss steigen oder die variablen Kosten müssen sinken. Der Rechner zeigt das mit einem Minus.

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Marge?

Die Marge zieht nur den Einkaufspreis vom Verkaufspreis ab, der Deckungsbeitrag alle variablen Kosten: auch Versand, Verpackung und Gebühren. Bei 49,90 € Verkaufspreis, 25 € Ware und 3,50 € sonstigen variablen Kosten ist die Marge 24,90 €, der Deckungsbeitrag 21,40 €.

Warum nicht einfach den Gewinn je Stück rechnen?

Weil die Fixkosten je Stück von der Menge abhängen und sich damit im Kreis drehen: Bei 1.200 Stück sind es 15 €, bei 600 Stück 30 €. Der Deckungsbeitrag ist unabhängig von der Menge und deshalb die stabilere Entscheidungsgrundlage.

Wie tief darf ein Preis im Notfall sinken?

Kurzfristig bis zu den variablen Kosten. Jeder Euro darüber ist positiver Deckungsbeitrag und hilft, die Fixkosten zu tragen. Langfristig müssen auch die Fixkosten je Stück verdient werden: bei 28,50 € variablen und 15 € anteiligen Fixkosten also mindestens 43,50 €.

Was ist die Deckungsbeitragsquote?

Der Deckungsbeitrag in Prozent des Verkaufspreises: 21,40 ÷ 49,90 × 100 = 42,89 %. Sie sagt, wie viel von jedem Umsatz-Euro zur Deckung der Fixkosten bleibt, und macht Produkte mit verschiedenen Preisen vergleichbar. Mit ihr rechnest du den Break-even auch als Umsatz aus.

Passende Rechner

Über diesen Rechner

Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (49,90) ebenso wie den Punkt und gibt Beträge im deutschen Format aus. Formeln und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.