CHF mit  % Mehrwertsteuer

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Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.

Mehrwertsteuer Schweiz berechnen

Die Schweiz hat die niedrigsten Mehrwertsteuersätze Europas. Seit dem 1. Januar 2024 liegt der Normalsatz bei 8,1 %, davor waren es 7,7 %, und nach geltendem Recht bleiben die Sätze bis mindestens Ende 2029 unverändert. Der Rechner arbeitet in beide Richtungen in Franken; darunter stehen die drei Sätze, das Herausrechnen, die Rappenrundung, die Saldosteuersatz-Methode, Einkauf und Einfuhr über die Grenze und Aufgaben zum Üben.

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Die Schweizer Steuersätze

SatzSeit 2024Bis 2023Gilt für
Normalsatz8,1 %7,7 %die meisten Waren und Dienstleistungen, auch Restaurantessen und Getränke
Reduzierter Satz2,6 %2,5 %Lebensmittel und alkoholfreie Getränke im Laden, Medikamente, Bücher, Zeitungen, Pflanzen
Sondersatz3,8 %3,7 %Beherbergung inklusive Frühstück

Eine Schweizer Besonderheit: Dasselbe Sandwich kostet 2,6 % zum Mitnehmen und 8,1 % beim Verzehr im Restaurant. Und die Sätze sind so krumm, weil sie aus Grundsätzen plus befristeten Zuschlägen bestehen: die Erhöhung von 7,7 auf 8,1 % im Jahr 2024 finanziert die 13. AHV-Rente.

Die Formeln

Brutto = Netto × (1 + Steuersatz ÷ 100)
Netto = Brutto ÷ (1 + Steuersatz ÷ 100)
Steuer = Brutto − Netto

Bei 8,1 % ist der Faktor 1,081, bei 2,6 % 1,026, bei 3,8 % 1,038. Die Rechnung ist dieselbe wie beim deutschen Mehrwertsteuer-Rechner; nur die Sätze und die Währung sind andere.

Beispiel Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein Zürcher Handwerker stellt 250 CHF netto in Rechnung.

Mehrwertsteuer 8,1 %
250 × 8,1 ÷ 100 = 20,25 CHF
Bruttobetrag
250 + 20,25 = 270,25 CHF
In einem Schritt
250 × 1,081 = 270,25 CHF

Dieselben 250 netto wären in Deutschland 297,50 und in Österreich 300 brutto. Bei 2,6 %: 100 CHF Lebensmittel netto kosten 102,60 CHF. Bei 3,8 %: Eine Hotelnacht für 200 CHF netto kostet 207,60 CHF.

Steuer aus dem Bruttobetrag herausrechnen

Richtig
270,25 ÷ 1,081 = 250,00 CHF netto, Steuer 20,25 CHF
Falsch
270,25 × 0,919 = 248,36 CHF: 1,64 CHF zu wenig
Steueranteil direkt
270,25 × 8,1 ÷ 108,1 = 20,25 CHF

Der Steueranteil „im Hundert“ beträgt 8,1 ÷ 108,1 = 7,49 % des Bruttobetrags beim Normalsatz, 2,53 % beim reduzierten Satz und 3,66 % beim Sondersatz. Weil die Sätze klein sind, ist der Fehler beim falschen Abziehen kleiner als in Deutschland, aber er ist da.

Rappenrundung

Die kleinste Schweizer Münze ist der Fünfräppler. Bargeldbeträge werden deshalb auf 0,05 CHF gerundet: 270,25 bleibt, 270,27 wird 270,25, 270,28 wird 270,30. Auf Rechnungen und bei Kartenzahlung wird meist auf den Rappen genau ausgewiesen; nur der Zahlbetrag wird gerundet. Der Rechner oben rundet auf zwei Nachkommastellen. Die Fünfer-Rundung machst du am Ende für die Kasse.

Die Schweiz im Vergleich

LandNormalsatzErmässigt1.000 netto werden zu
Schweiz8,1 %2,6 % / 3,8 %1.081
Deutschland19 %7 %1.190
Österreich20 %10 % / 13 % / 4,9 %1.200
Frankreich20 %5,5 % / 10 %1.200
Italien22 %4 % / 10 %1.220

Die Saldosteuersatz-Methode

Kleinere Schweizer Betriebe bis 5,005 Millionen CHF Umsatz und 103.000 CHF Steuerschuld dürfen vereinfacht abrechnen: Statt Umsatzsteuer und Vorsteuer einzeln zu erfassen, führen sie einen branchenspezifischen Prozentsatz vom Bruttoumsatz ab: zum Beispiel 0,1 % für Lebensmittelläden bis 6,2 % für Beratungsbüros. Auf der Rechnung steht trotzdem der normale Satz von 8,1 %; die Vereinfachung betrifft nur die Abrechnung mit der Steuerverwaltung. Ein Berater mit 200.000 CHF Bruttoumsatz führt bei 6,2 % Saldosteuersatz 12.400 CHF ab, ohne eine einzige Vorsteuer zu erfassen.

Einkaufen über die Grenze und Einfuhr

Von Deutschland in die Schweiz: Wer als Schweizer Kunde in Deutschland einkauft, kann sich die deutsche Mehrwertsteuer über die Ausfuhrbescheinigung erstatten lassen und zahlt bei der Einreise die Schweizer Steuer. Steuerfrei bleiben Waren bis zur Wertfreigrenze von 150 CHF pro Person und Tag: seit dem 1. Januar 2025 halbiert von vorher 300 CHF. Darüber wird der ganze Betrag mit 8,1 % bzw. 2,6 % versteuert, nicht nur der Teil über der Grenze.

Von der Schweiz nach Deutschland: Die Schweizer Steuer erstattet der Händler auf Antrag mit Ausfuhrnachweis, wenn er das anbietet. Bei der Einreise nach Deutschland gelten die EU-Reisefreigrenzen von 300 € (Landweg) bzw. 430 € (Flug- und Seeweg); darüber fallen Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls Zoll an.

Einkauf in Konstanz, Warenwert 400 CHF, Einreise in die Schweiz
über 150 CHF → der ganze Betrag wird versteuert
Schweizer Einfuhrsteuer
400 × 8,1 ÷ 100 = 32,40 CHF
Deutsche Steuer erstattet (19 % aus 400)
400 × 19 ÷ 119 = 63,87 CHF-Gegenwert

Wer mehrwertsteuerpflichtig ist

Steuerpflichtig wird, wer weltweit mehr als 100.000 CHF Umsatz im Jahr erzielt. Auch ausländische Unternehmen, die in der Schweiz Leistungen erbringen oder Waren liefern. Darunter ist die Anmeldung freiwillig; sie lohnt sich, wenn der Vorsteuerabzug mehr bringt als die Steuer kostet, etwa bei hohen Investitionen. Gemeinnützige Vereine und Sportvereine haben eine höhere Grenze von 250.000 CHF.

Typische Fehler

  • Mit 7,7 % rechnen. Seit 2024 gelten 8,1 %; für Leistungen von 2023 der alte Satz.
  • 8,1 % vom Brutto abziehen. Durch 1,081 teilen. Sonst fehlen 0,6 % des Betrags.
  • Takeaway und Restaurant gleichsetzen. Mitnehmen 2,6 %, Verzehr vor Ort 8,1 %.
  • Alkohol als Lebensmittel rechnen. Alkoholische Getränke haben immer 8,1 %.
  • Die Wertfreigrenze als Freibetrag verstehen. Über 150 CHF wird der ganze Wert versteuert, nicht der Überschuss.
  • Auf den Rappen rechnen und dann falsch runden. Bargeld auf 0,05 runden, Rechnungen auf 0,01.

Aufgaben zum Üben

Rechne erst selbst, dann klapp die Lösung auf. Alle Aufgaben lassen sich mit dem Rechner oben kontrollieren.

Aufgabe 1: 1.000 CHF netto plus 8,1 %?

1.000 × 1,081 = 1.081 CHF brutto, Steuer 81 CHF.

Aufgabe 2: Ein Kassenbon über 540,50 CHF (8,1 %). Netto und Steuer?

540,50 ÷ 1,081 = 500 CHF netto, Steuer 40,50 CHF.

Aufgabe 3: Lebensmittel für 76,95 CHF brutto bei 2,6 %. Netto?

76,95 ÷ 1,026 = 75,00 CHF, Steuer 1,95 CHF.

Aufgabe 4: Drei Hotelnächte à 180 CHF netto bei 3,8 %. Brutto?

540 × 1,038 = 560,52 CHF; bar gerundet 560,50 CHF.

Aufgabe 5: Wie viel Steuer steckt in 2.000 CHF brutto (8,1 %)?

2.000 × 8,1 ÷ 108,1 = 149,86 CHF, netto 1.850,14 CHF.

Vorgerechnete Beispiele

AufgabeRechenwegErgebnis
250 CHF netto + 8,1 %250 × 1,081270,25 CHF
1.000 CHF netto + 8,1 %1.000 × 1,0811.081,00 CHF
270,25 CHF brutto − 8,1 %270,25 ÷ 1,081250,00 CHF
540,50 CHF brutto − 8,1 %540,50 ÷ 1,081500,00 CHF
100 CHF netto + 2,6 %100 × 1,026102,60 CHF
76,95 CHF brutto − 2,6 %76,95 ÷ 1,02675,00 CHF
200 CHF netto + 3,8 %200 × 1,038207,60 CHF
Steuer in 2.000 CHF brutto (8,1 %)2.000 × 8,1 ÷ 108,1149,86 CHF
Steuer in 100 CHF brutto (2,6 %)100 × 2,6 ÷ 102,62,53 CHF
1.000 CHF netto + 7,7 % (Leistung 2023)1.000 × 1,0771.077,00 CHF

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in der Schweiz?

Der Normalsatz beträgt 8,1 % (seit 2024, vorher 7,7 %). Der reduzierte Satz von 2,6 % gilt für Lebensmittel, Medikamente, Bücher und Zeitungen, der Sondersatz von 3,8 % für Beherbergung. Die Sätze bleiben nach geltendem Recht bis Ende 2029 unverändert.

Wie rechne ich 8,1 % Mehrwertsteuer heraus?

Bruttobetrag durch 1,081 teilen: 270,25 CHF ÷ 1,081 = 250 CHF netto, Steuer 20,25 CHF. Den Steueranteil direkt bekommst du mit Brutto × 8,1 ÷ 108,1. Das sind 7,49 % des Bruttobetrags. Nicht 8,1 % abziehen.

Warum sind die Schweizer Sätze so krumm?

Weil sie aus mehreren Teilkomponenten bestehen: Grundsatz plus befristete Zuschläge, unter anderem für die AHV und die Bahninfrastruktur. Der Sprung von 7,7 auf 8,1 % im Jahr 2024 kam von der Zusatzfinanzierung der 13. AHV-Rente, über die das Volk abgestimmt hat.

Ab wann ist man in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtig?

Ab 100.000 CHF weltweitem Jahresumsatz: das gilt auch für ausländische Unternehmen mit Leistungen in der Schweiz. Darunter ist die Anmeldung freiwillig. Gemeinnützige und Sportvereine haben eine Grenze von 250.000 CHF.

Welcher Satz gilt für eine Rechnung von 2023?

Der zum Leistungszeitpunkt gültige, also 7,7 %. Massgeblich ist, wann die Leistung erbracht wurde, nicht wann die Rechnung geschrieben oder bezahlt wurde. Eine Leistung aus Dezember 2023, die im Januar 2024 fakturiert wird, trägt 7,7 %.

Wie viel darf ich steuerfrei in die Schweiz einführen?

Waren bis 150 CHF pro Person und Tag: seit dem 1. Januar 2025, vorher 300 CHF. Die Grenze ist eine Freigrenze, kein Freibetrag: Liegt der Wert darüber, wird der ganze Betrag mit 8,1 % bzw. 2,6 % Einfuhrsteuer belegt. Für Alkohol, Tabak und Fleisch gelten zusätzlich Mengenlimits.

Was ist die Saldosteuersatz-Methode?

Eine vereinfachte Abrechnung für Betriebe bis 5,005 Millionen CHF Umsatz: Statt Umsatzsteuer und Vorsteuer einzeln zu erfassen, wird ein branchenspezifischer Prozentsatz vom Bruttoumsatz abgeführt. Auf der Rechnung steht weiterhin der normale Satz; nur die Abrechnung mit der Steuerverwaltung ist einfacher.

Warum kostet das gleiche Essen zum Mitnehmen weniger Steuer?

Weil Lebensmittel mit 2,6 % besteuert werden, gastgewerbliche Leistungen (Essen mit Bedienung und Sitzplatz) mit 8,1 %. Ein Sandwich zum Mitnehmen ist ein Lebensmittel, dasselbe Sandwich am Tisch eine Restaurantleistung. Alkohol ist immer 8,1 %.

Passende Rechner

Quellen

Über diesen Rechner

Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (250,50) ebenso wie den Punkt und gibt Beträge im deutschen Format aus. Steuersätze und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.