€ mit  % Umsatzsteuer

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Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.

Mehrwertsteuer Österreich berechnen

In Österreich heisst sie amtlich Umsatzsteuer, im Alltag Mehrwertsteuer. Der Normalsatz liegt bei 20 %, daneben gibt es die ermässigten Sätze 10 % und 13 %, seit Juli 2026 einen neuen Satz von 4,9 % für Grundnahrungsmittel und einen Sonderfall für zwei Gemeinden. Der Rechner arbeitet in beide Richtungen; darunter stehen die Sätze mit Beispielen, das Herausrechnen, der Vergleich mit Deutschland, die Regeln für Rechnungen über die Grenze und Aufgaben zum Üben.

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Die österreichischen Steuersätze

SatzHöheGilt für
Normalsatz20 %die meisten Waren und Dienstleistungen: Elektronik, Kleidung, Handwerk, Getränke, Benzin
Ermässigt10 %Lebensmittel, Beherbergung, Wohnungsmiete, Bücher und E-Books, Zeitungen, Arzneimittel, Personenbeförderung, Restaurantspeisen
Ermässigt13 %Schnittblumen und Pflanzen, lebende Tiere, Brennholz, Kunstgegenstände, Wein ab Hof, Eintritte zu Kultur- und Sportveranstaltungen, Schwimmbäder
Ermässigt (neu)4,9 %ausgewählte Grundnahrungsmittel: seit 1. Juli 2026
Sondersatz19 %Jungholz und Mittelberg (deutscher Normalsatz)

Der Satz von 13 % ist die österreichische Besonderheit. Er existiert in Deutschland nicht. Beherbergung fiel von 2016 bis 2018 darunter und liegt seither wieder bei 10 %. Der neue Satz von 4,9 % gilt nur für eine gesetzlich festgelegte Liste von Grundnahrungsmitteln; welche Produkte genau darunterfallen, steht im Umsatzsteuergesetz und auf dem Kassenbon.

Die Formeln

Brutto = Netto × (1 + Steuersatz ÷ 100)
Netto = Brutto ÷ (1 + Steuersatz ÷ 100)
Steuer = Brutto − Netto

Bei 20 % heisst das: mal 1,20 hinauf, geteilt durch 1,20 zurück. Bei 10 % ist der Faktor 1,10, bei 13 % 1,13, bei 4,9 % 1,049. Die Rechnung ist dieselbe wie beim deutschen Mehrwertsteuer-Rechner, nur die Sätze sind andere.

Beispiel Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein Handwerker in Wien stellt 250 € netto in Rechnung. Was steht brutto auf der Rechnung?

Umsatzsteuer 20 %
250 × 20 ÷ 100 = 50,00 €
Bruttobetrag
250 + 50 = 300,00 €
In einem Schritt
250 × 1,20 = 300,00 €

Bei 10 %: Ein Buch für 50 € netto kostet 55 € brutto. Bei 13 %: Ein Konzertticket für 80 € netto kostet 90,40 €. Dieselben 250 € netto wären in Deutschland 297,50 € brutto. Die 2,50 € Unterschied sind der eine Prozentpunkt zwischen 19 und 20.

Steuer aus dem Bruttobetrag herausrechnen

Vom Brutto zum Netto wird geteilt, nicht abgezogen. Wer 20 % vom Bruttobetrag abzieht, zieht zu viel ab, weil sich die 20 % auf das kleinere Netto beziehen:

Richtig
300 ÷ 1,20 = 250,00 € netto, Steuer 50,00 €
Falsch
300 × 0,80 = 240,00 €: 10 € zu wenig
Steueranteil direkt
300 × 20 ÷ 120 = 50,00 €

Der Steueranteil „im Hundert“ ist immer kleiner als der Satz: 20 ÷ 120 = 16,67 % des Bruttobetrags bei 20 %, 10 ÷ 110 = 9,09 % bei 10 %, 13 ÷ 113 = 11,50 % bei 13 %.

20 % und 10 % im Kopf

Die österreichischen Sätze sind zum Kopfrechnen dankbarer als die deutschen. 20 % ist ein Fünftel: 250 € ÷ 5 = 50 € Steuer. 10 % ist das Komma eine Stelle nach links: 50 € → 5 €. Zum Herausrechnen aus dem Brutto bei 20 % teilst du durch 6: 300 € ÷ 6 = 50 € Steuer. Bei 10 % teilst du durch 11: 55 € ÷ 11 = 5 €.

Österreich und Deutschland im Vergleich

DeutschlandÖsterreich
Normalsatz19 %20 %
Ermässigt7 %10 % und 13 %, Grundnahrungsmittel 4,9 %
Restaurantspeisen7 % (seit 2026)10 %
Beherbergung7 %10 %
Kleinunternehmergrenze25.000 € Vorjahresumsatz55.000 € Jahresumsatz
1.000 € netto werden zu1.190 €1.200 €
BezeichnungUmsatzsteuer / MehrwertsteuerUmsatzsteuer (USt)

Rechnungen über die Grenze

Zwischen Unternehmen greift meist das Reverse-Charge-Verfahren: Der deutsche Lieferant stellt die Rechnung ohne Steuer und mit der UID-Nummer des österreichischen Kunden, der die Steuer in Österreich selbst anmeldet und als Vorsteuer wieder abzieht. An Privatpersonen gilt seit 2021 das Bestimmungslandprinzip: Ein deutscher Onlineshop, der mehr als 10.000 € im Jahr an EU-Privatkunden liefert, berechnet österreichischen Kunden 20 % österreichische Steuer, nicht 19 % deutsche: abgewickelt über den One-Stop-Shop (OSS). Der Preis für Kunden in Wien ist also um einen Prozentpunkt höher als für Kunden in München.

Kleinunternehmer und Vorsteuer

Kleinunternehmer mit höchstens 55.000 € Jahresumsatz sind von der Umsatzsteuer befreit: Sie weisen keine Steuer aus und dürfen im Gegenzug keine Vorsteuer abziehen. Wer darüber liegt, rechnet wie in Deutschland: Steuer auf Verkäufe einnehmen, Steuer auf Einkäufe als Vorsteuer abziehen, die Differenz ans Finanzamt. Bei 12.000 € Umsatzsteuer und 7.000 € Vorsteuer beträgt die Zahllast 5.000 €.

Typische Fehler

  • 20 % vom Brutto abziehen. Ergibt 240 € statt 250 € bei 300 €. Durch 1,20 teilen.
  • Den deutschen Satz nehmen. 19 % gelten in Österreich nur in Jungholz und Mittelberg.
  • Beherbergung mit 13 % rechnen. Seit November 2018 sind es wieder 10 %.
  • Speisen und Getränke gleich behandeln. Im Restaurant 10 % auf Speisen, 20 % auf Getränke.
  • Onlineverkauf nach Österreich mit 19 % abrechnen. Über der 10.000-€-Schwelle gilt der österreichische Satz.
  • Den neuen 4,9-%-Satz pauschal auf alle Lebensmittel anwenden. Er gilt nur für die gesetzliche Liste; andere Lebensmittel bleiben bei 10 %.

Aufgaben zum Üben

Rechne erst selbst, dann klapp die Lösung auf. Alle Aufgaben lassen sich mit dem Rechner oben kontrollieren.

Aufgabe 1: 1.000 € netto plus 20 %?

1.000 × 1,20 = 1.200 € brutto, Steuer 200 €.

Aufgabe 2: Eine Hotelrechnung über 165 € brutto enthält 10 % Steuer. Netto?

165 ÷ 1,10 = 150 € netto, Steuer 15 €. Im Kopf: 165 ÷ 11 = 15.

Aufgabe 3: Ein Konzertticket kostet 80 € netto bei 13 %. Brutto?

80 × 1,13 = 90,40 €.

Aufgabe 4: Wie viel Steuer steckt in 600 € brutto bei 20 %?

600 × 20 ÷ 120 = 100 €, netto 500 €. Im Kopf: 600 ÷ 6 = 100.

Aufgabe 5: Ein deutscher Shop verkauft an eine Kundin in Graz für 100 € netto. Was zahlt sie, was zahlt ein Kunde in Nürnberg?

Graz: 100 × 1,20 = 120 € (österreichische Steuer über OSS). Nürnberg: 100 × 1,19 = 119 €.

Vorgerechnete Beispiele

AufgabeRechenwegErgebnis
250 € netto + 20 %250 × 1,20300,00 €
1.000 € netto + 20 %1.000 × 1,201.200,00 €
300 € brutto − 20 %300 ÷ 1,20250,00 €
50 € netto + 10 %50 × 1,1055,00 €
165 € brutto − 10 %165 ÷ 1,10150,00 €
80 € netto + 13 %80 × 1,1390,40 €
90,40 € brutto − 13 %90,40 ÷ 1,1380,00 €
100 € netto + 4,9 %100 × 1,049104,90 €
Steuer in 600 € brutto (20 %)600 × 20 ÷ 120100,00 €
Steuer in 100 € brutto (10 %)100 × 10 ÷ 1109,09 €
1.000 € netto + 19 % (Jungholz)1.000 × 1,191.190,00 €

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Österreich?

Der Normalsatz beträgt 20 %. Ermässigt sind 10 % (Lebensmittel, Beherbergung, Miete, Bücher, Medikamente) und 13 % (Pflanzen, Tiere, Kunst, Kultur- und Sporteintritte). Seit dem 1. Juli 2026 gilt für ausgewählte Grundnahrungsmittel ein Satz von 4,9 %. In Jungholz und Mittelberg gelten 19 %.

Wie rechne ich 20 % Umsatzsteuer heraus?

Bruttobetrag durch 1,20 teilen: 300 € ÷ 1,20 = 250 € netto, Steuer 50 €. Nicht 20 % abziehen: das ergäbe 240 €. Im Kopf: Brutto durch 6 ist die Steuer, weil 20 von 120 ein Sechstel sind.

Wie viel Prozent Umsatzsteuer sind in einem Bruttobetrag enthalten?

Bei 20 % sind es 16,67 % des Bruttobetrags, bei 10 % 9,09 %, bei 13 % 11,50 %. Der Steueranteil ist immer kleiner als der Steuersatz, weil sich der Satz auf den Nettobetrag bezieht, der Anteil aber auf das Brutto.

Welcher Satz gilt für Hotels und Restaurants in Österreich?

Beherbergung 10 %: der 13-%-Satz galt dafür nur von 2016 bis Oktober 2018. Restaurantspeisen ebenfalls 10 %, Getränke dagegen 20 %. Auf einer Restaurantrechnung stehen deshalb meist zwei Steuersätze.

Was gilt für Rechnungen aus Deutschland nach Österreich?

Zwischen Unternehmen greift meist das Reverse-Charge-Verfahren: Die Rechnung wird ohne Steuer gestellt, die Steuerschuld geht auf den Empfänger über. An Privatpersonen wird ab 10.000 € EU-weitem Jahresumsatz nach den Regeln des Bestimmungslandes abgerechnet: für Österreich also mit 20 %, über den One-Stop-Shop.

Ab wann ist man in Österreich umsatzsteuerpflichtig?

Ab 55.000 € Jahresumsatz. Darunter greift die Kleinunternehmerregelung: keine Umsatzsteuer auf den Rechnungen, kein Vorsteuerabzug. Ein Verzicht auf die Befreiung ist möglich, wenn der Vorsteuerabzug mehr bringt, etwa bei hohen Investitionen.

Warum haben Jungholz und Mittelberg einen eigenen Satz?

Beide Gemeinden sind nur über deutsches Gebiet erreichbar und wirtschaftlich mit Deutschland verbunden. Für sie gilt deshalb der deutsche Normalsatz von 19 % statt 20 %; der ermässigte Satz bleibt bei 10 %.

Was ist der neue Satz von 4,9 %?

Ein ermässigter Satz für ausgewählte Grundnahrungsmittel, der seit dem 1. Juli 2026 gilt. Er betrifft nur die gesetzlich festgelegte Liste; andere Lebensmittel bleiben bei 10 %. 100 € netto werden damit zu 104,90 € brutto statt 110 €.

Passende Rechner

Quellen

Über diesen Rechner

Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (12,5) ebenso wie den Punkt und gibt Beträge im deutschen Format aus. Steuersätze und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026 (Stand nach dem 1. Juli 2026). Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.