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Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.

ROI berechnen

Der Return on Investment setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Er beantwortet die einzige Frage, die bei einer Investition wirklich zählt: Was ist von jedem eingesetzten Euro zurückgekommen? Der Rechner zeigt den ROI mit Rechenweg; darunter stehen die grösste Schwäche der Kennzahl. Sie kennt keine Zeit, der Weg zur Jahresrendite, der Unterschied zu ROAS im Marketing, die Amortisationszeit und Aufgaben zum Üben.

Auf dieser Seite

Die Formel

ROI = Gewinn ÷ Kapitaleinsatz × 100
Gewinn = Rückfluss − Kapitaleinsatz

Der ROI ist ein Prozentsatz mit dem Kapitaleinsatz als Grundwert. Wichtig ist, dass im Zähler der Gewinn steht und nicht der Rückfluss: Wer 50.000 € einsetzt und 57.500 € zurückbekommt, hat 7.500 € Gewinn, nicht 57.500 €. Ein ROI von 100 % heisst, das Kapital hat sich verdoppelt; ein ROI von 0 % heisst, es ist genau zurückgekommen.

Beispiel Schritt für Schritt

Aufgabe: Ein Betrieb kauft eine Maschine für 50.000 €. Nach einem Jahr hat sie 57.500 € an zusätzlichem Ertrag gebracht (nach allen laufenden Kosten).

Gewinn
57.500 − 50.000 = 7.500 €
ROI
7.500 ÷ 50.000 × 100 = 15 %
Anschaulich
Jeder eingesetzte Euro hat 15 Cent Gewinn gebracht

Die Schwäche: der ROI kennt keine Zeit

EinsatzGewinnROIZeitraumPro Jahr
50.000 €7.500 €15 %1 Jahr15,00 %
50.000 €7.500 €15 %3 Jahre4,77 %
2.000 €600 €30 %6 Monate69,00 %

Die ersten beiden Zeilen zeigen die grösste Schwäche der Kennzahl: 15 % in einem Jahr und 15 % in drei Jahren sind derselbe ROI und völlig verschiedene Investitionen. Wer vergleichen will, rechnet den ROI immer auf denselben Zeitraum um: meist auf ein Jahr.

ROI auf ein Jahr umrechnen

Die einfache Division durch die Jahre (15 % ÷ 3 = 5 %) ist nur eine Näherung. Genau geht es über die n-te Wurzel des Wachstumsfaktors, weil sich der Gewinn wie beim Zinseszins Jahr für Jahr aufbaut:

ROI pro Jahr = ((1 + ROI ÷ 100)1/Jahre − 1) × 100

15 % in 3 Jahren
1,151/3 − 1 = 0,0477 → 4,77 % pro Jahr
30 % in 6 Monaten
1,302 − 1 = 0,69 → 69 % pro Jahr
100 % in 10 Jahren
21/10 − 1 = 0,0718 → 7,18 % pro Jahr (nicht 10 %)

Was in den Kapitaleinsatz gehört

Alles, was die Investition tatsächlich gekostet hat: Anschaffung, Transport, Installation, Schulung, Nebenkosten. Wer sie weglässt, rechnet sich den ROI schön. Bei einer Immobilie gehören Grunderwerbsteuer, Notar und Makler dazu: typisch 8 bis 12 % des Kaufpreises:

Kaufpreis
300.000 €
+ Nebenkosten 10 %
30.000 € → Einsatz 330.000 €
Nettomietertrag im Jahr
12.000 €
ROI pro Jahr
12.000 ÷ 330.000 × 100 = 3,64 % (ohne Nebenkosten wären es scheinbar 4 %)

ROI im Marketing: ROAS ist nicht ROI

Im Marketing wird häufig mit dem Umsatz statt mit dem Gewinn gerechnet. Das ist dann der ROAS (Return on Ad Spend), nicht der ROI. Ein ROAS von 400 % klingt gut, kann bei 70 % Wareneinsatz aber knapp sein:

Werbekosten
1.000 €
Umsatz aus der Kampagne
4.000 € → ROAS 400 %
Rohertrag bei 30 % Marge
4.000 × 0,30 = 1.200 €
Gewinn nach Werbekosten
1.200 − 1.000 = 200 €
ROI
200 ÷ 1.000 × 100 = 20 %

Der Break-even-ROAS ist 100 ÷ Marge: Bei 30 % Marge muss jeder Werbe-Euro 3,33 € Umsatz bringen, nur um die Kosten zu decken. Bei 400 % ROAS bleiben 20 % ROI, und nicht 300 %.

Amortisationszeit

Die andere Seite derselben Zahl: Nach wie vielen Jahren ist das Kapital wieder drin? Kapitaleinsatz geteilt durch den jährlichen Rückfluss. Bei 50.000 € Einsatz und 7.500 € Gewinn pro Jahr sind das 50.000 ÷ 7.500 = 6,67 Jahre. Der Kehrwert des jährlichen ROI (1 ÷ 0,15) ergibt dieselbe Zahl. Für Anlagen, die am Ende nichts mehr wert sind, ist die Amortisationszeit oft die ehrlichere Kennzahl.

Was ist ein guter ROI?

Die Frage ist ohne Zeitraum und Risiko nicht zu beantworten. Als Massstab dient, was das Kapital anderswo bringen würde: Tagesgeld 2 bis 3 % pro Jahr ohne Risiko, ein breiter Aktienindex langfristig 6 bis 8 % mit Schwankungen. Eine Investition im eigenen Betrieb sollte deutlich darüber liegen, weil sie Arbeit und Risiko bindet: 10 bis 15 % pro Jahr sind eine übliche Hürde. Ein ROI von 15 % über drei Jahre (4,77 % pro Jahr) wäre demnach schwach.

Typische Fehler

  • Rückfluss statt Gewinn einsetzen. 57.500 ÷ 50.000 = 115 % ist kein ROI; der Gewinn ist 7.500 €, der ROI 15 %.
  • Zeiträume vergleichen, die nicht gleich sind. 15 % in einem Jahr ≠ 15 % in drei Jahren.
  • Den Jahres-ROI durch Teilen schätzen. 15 % ÷ 3 = 5 %, genau sind es 4,77 %.
  • Nebenkosten weglassen. Transport, Installation, Notar, Makler gehören in den Einsatz.
  • ROAS als ROI ausgeben. Umsatz ist kein Gewinn; erst die Marge macht daraus einen ROI.
  • Laufende Kosten vergessen. Wartung, Strom, Personal für die Maschine mindern den Gewinn.

Aufgaben zum Üben

Rechne erst selbst, dann klapp die Lösung auf. Alle Aufgaben lassen sich mit dem Rechner oben kontrollieren.

Aufgabe 1: 20.000 € investiert, 23.000 € zurück. ROI?

Gewinn 3.000 €; 3.000 ÷ 20.000 × 100 = 15 %.

Aufgabe 2: Eine Anlage kostet 8.000 € und bringt 4 Jahre lang je 2.600 € Gewinn. ROI gesamt und pro Jahr?

Gewinn 10.400 €; ROI 10.400 ÷ 8.000 × 100 = 130 % über vier Jahre; pro Jahr 2,31/4 − 1 = 23,15 %. Amortisation nach 8.000 ÷ 2.600 = 3,08 Jahren.

Aufgabe 3: Eine Kampagne kostet 2.500 € und bringt 10.000 € Umsatz bei 40 % Marge. ROAS und ROI?

ROAS 10.000 ÷ 2.500 × 100 = 400 %. Rohertrag 4.000 €, Gewinn 1.500 €, ROI 1.500 ÷ 2.500 × 100 = 60 %.

Aufgabe 4: 5.000 € Verlust auf 50.000 € Einsatz. ROI?

−5.000 ÷ 50.000 × 100 = −10 %.

Aufgabe 5: Bei welchem ROAS deckt eine Kampagne mit 25 % Marge gerade ihre Kosten?

100 ÷ 25 = 400 %. Jeder Werbe-Euro muss 4 € Umsatz bringen, damit 1 € Rohertrag die Werbekosten deckt.

Vorgerechnete Beispiele

EinsatzGewinnROIZeitraumROI pro Jahr
50.000 €7.500 €15 %1 Jahr15,00 %
50.000 €7.500 €15 %3 Jahre4,77 %
2.000 €600 €30 %6 Monate69,00 %
20.000 €3.000 €15 %1 Jahr15,00 %
8.000 €10.400 €130 %4 Jahre23,15 %
330.000 €12.000 €3,64 %1 Jahr3,64 %
1.000 €200 €20 %Kampagne–
50.000 €−5.000 €−10 %1 Jahr−10,00 %
10.000 €10.000 €100 %10 Jahre7,18 %

Häufige Fragen zum ROI

Wie berechne ich den ROI?

Gewinn geteilt durch Kapitaleinsatz, mal 100. 7.500 € Gewinn auf 50.000 € Einsatz sind 15 %. Der Gewinn ist der Rückfluss minus Einsatz, nicht der Rückfluss selbst. In den Einsatz gehören alle Nebenkosten der Investition.

Kann der ROI negativ sein?

Ja. Ein Verlust ergibt einen negativen ROI. Bei 5.000 € Verlust auf 50.000 € Einsatz sind das −10 %. Ein ROI von −100 % heisst Totalverlust; tiefer als −100 % geht es nur, wenn Nachschusspflichten bestehen.

Was ist der Unterschied zwischen ROI und Rendite?

Die Rendite ist in der Regel auf ein Jahr bezogen, der ROI auf das gesamte Projekt. Über einen Zeitraum von genau einem Jahr sind beide identisch. Für längere Zeiträume rechnest du den ROI mit der n-ten Wurzel auf ein Jahr um: 15 % in drei Jahren sind 4,77 % Rendite pro Jahr.

Wie rechne ich den ROI auf ein Jahr um?

Nicht durch die Jahre teilen, sondern die n-te Wurzel aus dem Wachstumsfaktor ziehen: (1 + ROI ÷ 100)1/Jahre − 1. Für 15 % in drei Jahren: 1,151/3 − 1 = 4,77 %. Für kurze Zeiträume potenzierst du: 30 % in sechs Monaten sind 1,3² − 1 = 69 % pro Jahr.

Gehören Nebenkosten in den Einsatz?

Ja. Anschaffung, Transport, Einrichtung, Schulung, bei Immobilien Grunderwerbsteuer, Notar und Makler sind Teil des Kapitaleinsatzes. Wer sie weglässt, rechnet sich den ROI schön: 12.000 € Mietertrag auf 300.000 € sind 4 %, auf 330.000 € inklusive Nebenkosten nur 3,64 %.

Was ist der Unterschied zwischen ROI und ROAS?

ROAS setzt den Umsatz ins Verhältnis zu den Werbekosten, ROI den Gewinn. 4.000 € Umsatz auf 1.000 € Werbung sind ein ROAS von 400 %; bei 30 % Marge bleiben 1.200 € Rohertrag, nach Werbekosten 200 € Gewinn: ein ROI von 20 %. Der Break-even-ROAS ist 100 ÷ Marge.

Was ist ein guter ROI?

Das hängt von Zeitraum und Risiko ab. Massstab ist, was das Kapital risikolos bringen würde (Tagesgeld 2 bis 3 % pro Jahr) und was ein breiter Aktienmarkt langfristig bringt, 6 bis 8 %. Eine Investition im eigenen Betrieb sollte darüber liegen; 10 bis 15 % pro Jahr sind eine übliche Hürde.

Was ist die Amortisationszeit?

Die Zeit, bis der Kapitaleinsatz durch die Rückflüsse wieder eingespielt ist: Einsatz geteilt durch den jährlichen Gewinn. 50.000 € bei 7.500 € pro Jahr amortisieren sich in 6,67 Jahren. Sie ist der Kehrwert des jährlichen ROI und für Anlagen ohne Restwert die ehrlichere Kennzahl.

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Über diesen Rechner

Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (7.500,50) ebenso wie den Punkt und gibt Beträge im deutschen Format aus. Formeln und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.