Prozentrechnen für Geld und Alltag

Rabatte, Mehrwertsteuer, Trinkgeld, Gehalt, Zinsen: überall steckt dieselbe Prozentrechnung, nur mit anderen Namen und anderen Fallen. Diese Rechner nennen die Grössen so, wie sie auf dem Kassenbon, der Rechnung oder dem Kontoauszug stehen, und zeigen den Rechenweg in Euro.

Welcher Rechner wofür

SituationWas du wissen willstRechner
Preisschild „−30 %“Endpreis und ErsparnisRabatt
Rechnung mit oder ohne Steuerbrutto ↔ netto, 19 % oder 7 %Mehrwertsteuer
Rechnung „2 % Skonto bei Zahlung in 10 Tagen“Zahlbetrag, und ob es sich lohntSkonto
Restaurant, zu viertTrinkgeld und Anteil pro PersonTrinkgeld
GehaltsgesprächWas 5 % im Monat und im Jahr sindGehaltserhöhung
Abo wird „um 4,9 % angepasst“neuer Preis, Mehrkosten im JahrPreiserhöhung
Tagesgeld, Sparbuch, VerzugZinsen für Jahre, Monate, TageZinsen
Sparplan, Depot über JahreEndkapital mit ZinseszinsZinseszins
Kurs von damals zu heuteGewinn oder Verlust in ProzentKursveränderung

Einkaufen und Alltag

Beim Einkaufen ist der Prozentsatz gegeben und der Eurobetrag gesucht: Prozentwert und verminderter Grundwert. Die Fallen: Zwei Rabatte nacheinander sind nicht ihre Summe, „bis zu 70 %“ gilt für wenige Artikel, und der Vergleichspreis muss der niedrigste der letzten 30 Tage sein, nicht die UVP.

Gehalt und Zinsen

Beim Gehalt und beim Sparen kommt die Zeit dazu: Erhöhungen und Zinsen wirken Jahr für Jahr aufeinander, deshalb werden Faktoren multipliziert und nicht Prozente addiert. Und was nach Steuern, Abgaben und Inflation bleibt, ist deutlich weniger als die Bruttozahl.

Handel und Kalkulation

Marge, Handelskalkulation, Deckungsbeitrag, Skonto, ROI und der Unterschied zwischen Aufschlag und Marge stehen auf einer eigenen Seite: Handel und Kalkulation. Wer kalkuliert, rechnet netto und in der festen Reihenfolge Rabatt → Mehrwertsteuer → Skonto.

Die drei Fallen, die Geld kosten

  • Vom Brutto abziehen statt teilen. 119 € brutto minus 19 % sind 96,39 €, nicht 100 €. Netto = Brutto ÷ 1,19. Dasselbe beim Rückrechnen eines Rabatts: Endpreis ÷ 0,7, nicht × 1,3.
  • Prozente addieren. 20 % plus 10 % Rabatt sind 28 %; zwei Erhöhungen um 5 % sind 10,25 %; 2 % Skonto für 20 Tage früher sind 36 % im Jahr. Faktoren multiplizieren, Skonto auf das Jahr hochrechnen.
  • Prozentpunkte für Prozent halten. Ein Zins, der von 4 auf 5 % steigt, kostet 25 % mehr. Eine Partei, die „drei Prozent zulegt“, hat meist drei Prozentpunkte gewonnen.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge greifen Rabatt, Mehrwertsteuer und Skonto?

Rabatt vom Nettolistenpreis, dann Mehrwertsteuer auf den rabattierten Nettobetrag, zuletzt Skonto vom Bruttobetrag beim Bezahlen. 500 € − 10 % = 450 €, × 1,19 = 535,50 €, − 2 % Skonto = 524,79 €. Der Skontoanteil wird buchhalterisch noch in Netto und Steuer aufgeteilt.

Lohnt sich Skonto, wenn ich das Konto dafür überziehen muss?

Fast immer. 2 % für 20 Tage früheres Zahlen entsprechen rund 36 % Jahreszins. Auf eine Rechnung über 1.190 € sind das 23,80 € Skonto, während ein Dispo mit 12 % für die 1.166,20 € über 20 Tage nur 7,77 € kostet. Der Skonto-Rechner rechnet es vor.

Was bleibt von einer Gehaltserhöhung netto übrig?

Grob 50 bis 60 %, weil die Erhöhung mit dem Grenzsteuersatz belastet wird. Von 160 € brutto mehr kommen bei Steuerklasse I etwa 85 bis 95 € an. Und bei 3 % Inflation ist eine Erhöhung um 2 % real ein Minus von 0,97 %.

Wie viel Trinkgeld ist in Deutschland üblich?

Im Restaurant 5 bis 10 %, meist auf einen glatten Betrag aufgerundet. Aus 47,30 € werden 52 €. Im Café und Taxi reicht Aufrunden. In den USA sind 18 bis 20 % Standard, in Japan gibt man gar keins. Für Angestellte ist Trinkgeld vom Gast steuerfrei.