Von Sophie Gehring · Formeln zuletzt geprüft am · Rechenfehler melden
Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.
Marge berechnen
Die Marge sagt dir, wie viel von deinem Verkaufspreis am Ende übrig bleibt. Sie wird ständig mit dem Aufschlag verwechselt, und der Unterschied ist gross: Dieselben 30 € Rohertrag sind eine Marge von 42,86 % und ein Aufschlag von 75 %. Der Rechner zeigt beides mit Rechenweg; darunter stehen die Umrechnung zwischen Marge und Aufschlag, die Kalkulation des Verkaufspreises aus einer Zielmarge und die Brutto-Falle.
Auf dieser Seite
- Was ist die Marge?
- Marge und Aufschlag sind nicht dasselbe
- Beispiel Schritt für Schritt
- Marge in Aufschlag umrechnen, und zurück
- Verkaufspreis aus der Zielmarge
- Immer mit Nettopreisen rechnen
- Handelsspanne, Rohertrag, Deckungsbeitrag
- Was ist eine gute Marge?
- Typische Fehler
- Vorgerechnete Beispiele
- Häufige Fragen
Was ist die Marge?
Die Marge (auch Handelsspanne) ist der Rohertrag im Verhältnis zum Verkaufspreis: der Anteil des Verkaufspreises, der nach Abzug des Einkaufspreises übrig bleibt. Sie ist ein Prozentsatz mit dem Verkaufspreis als Grundwert. Der Aufschlag (Kalkulationszuschlag) beschreibt denselben Rohertrag, aber im Verhältnis zum Einkaufspreis. Beide Zahlen sind richtig. Sie beantworten nur verschiedene Fragen.
Marge und Aufschlag sind nicht dasselbe
Beide beschreiben denselben Rohertrag (Verkaufspreis minus Einkaufspreis), aber gemessen an unterschiedlichen Bezugsgrössen:
Marge = (VK − EK) ÷ VK × 100
Aufschlag = (VK − EK) ÷ EK × 100
Weil der Verkaufspreis immer grösser ist als der Einkaufspreis, ist die Marge immer kleiner als der Aufschlag. Eine Marge von 50 % ist ein Aufschlag von 100 %; eine Marge von 100 % gibt es nicht: dann wäre der Einkaufspreis null. Wer die beiden verwechselt, kalkuliert sich arm: Wer „30 % Marge“ will und 30 % aufschlägt, landet bei 23,08 %.
Beispiel Schritt für Schritt
Aufgabe: Ein Artikel wird für 40 € netto eingekauft und für 70 € netto verkauft.
- Rohertrag
- 70 − 40 = 30 €
- Marge (bezogen auf VK)
- 30 ÷ 70 × 100 = 42,86 %
- Aufschlag (bezogen auf EK)
- 30 ÷ 40 × 100 = 75 %
- Kalkulationsfaktor
- 70 ÷ 40 = 1,75
Der Kalkulationsfaktor ist der Wert, mit dem der Einkäufer den Einkaufspreis multipliziert, um auf den Verkaufspreis zu kommen. 1,75 heisst: 75 % Aufschlag. Im Handel wird oft mit dem Faktor gearbeitet, weil er sich schneller anwenden lässt als Prozent.
Marge in Aufschlag umrechnen, und zurück
Marge = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag) × 100
Aufschlag = Marge ÷ (100 − Marge) × 100
| Aufschlag auf EK | Kalkulationsfaktor | Marge vom VK |
|---|---|---|
| 10 % | 1,10 | 9,09 % |
| 20 % | 1,20 | 16,67 % |
| 25 % | 1,25 | 20 % |
| 33,33 % | 1,33 | 25 % |
| 50 % | 1,50 | 33,33 % |
| 75 % | 1,75 | 42,86 % |
| 100 % | 2,00 | 50 % |
| 150 % | 2,50 | 60 % |
| 200 % | 3,00 | 66,67 % |
| 300 % | 4,00 | 75 % |
Die Tabelle erklärt, warum „100 % Aufschlag“ im Einzelhandel normal klingt und „50 % Marge“ ebenfalls. Es ist dieselbe Kalkulation. Ausführlich mit Rechner: Aufschlag und Handelsspanne.
Verkaufspreis aus der Zielmarge
In der Praxis läuft die Rechnung meist andersherum: Du kennst den Einkaufspreis und willst eine bestimmte Marge erreichen. Dann ist der Einkaufspreis ein verminderter Grundwert. Er entspricht 100 % minus Marge, und du teilst:
VK = EK ÷ (1 − Marge ÷ 100)
- EK 40 €, Zielmarge 30 %
- 40 ÷ 0,7 = 57,14 € netto
- Probe
- (57,14 − 40) ÷ 57,14 × 100 = 30 % ✓
- Falsch: 30 % aufschlagen
- 40 × 1,3 = 52 €: Marge nur 23,08 %
Für die vollständige Preisbildung mit Bezugskosten, Handlungskosten, Gewinnzuschlag, Skonto und Rabatt gibt es die Handelskalkulation. Die Marge ist deren letzte Zeile.
Immer mit Nettopreisen rechnen
Kalkuliere mit Nettobeträgen. Die Mehrwertsteuer ist ein durchlaufender Posten, den du ans Finanzamt abführst. Sie gehört nicht in die Marge. Wer mit Bruttopreisen rechnet, rechnet sich die Marge schön:
- Richtig (netto)
- (70 − 40) ÷ 70 × 100 = 42,86 %
- Falsch (VK brutto 83,30 €)
- (83,30 − 40) ÷ 83,30 × 100 = 51,98 %
Die 13,30 € Differenz sind Umsatzsteuer, die nie bei dir bleibt. Entweder beide Preise netto oder beide brutto, und dann auch den Einkaufspreis brutto, was bei Vorsteuerabzug keinen Sinn ergibt. Netto ist die einzige saubere Basis.
Handelsspanne, Rohertrag, Deckungsbeitrag
| Begriff | Bedeutung | Beispiel (EK 40, VK 70) |
|---|---|---|
| Rohertrag | VK − EK in Euro | 30 € |
| Marge / Handelsspanne | Rohertrag ÷ VK | 42,86 % |
| Aufschlag / Kalkulationszuschlag | Rohertrag ÷ EK | 75 % |
| Kalkulationsfaktor | VK ÷ EK | 1,75 |
| Deckungsbeitrag | VK − alle variablen Kosten | z. B. 70 − 40 − 6 Versand = 24 € |
| Umsatzrendite | Gewinn ÷ Umsatz, nach allen Kosten | eine andere Kennzahl |
„Handelsspanne“ ist der ältere Fachbegriff aus dem Einzelhandel und meint exakt die Marge. Der Deckungsbeitrag geht einen Schritt weiter und zieht auch Versand, Verpackung oder Provisionen ab. Er zeigt, was pro Stück zur Deckung der Fixkosten bleibt.
Was ist eine gute Marge?
Das hängt von der Branche ab, und ein einzelner Wert sagt ohne Vergleich wenig. Als Orientierung: Lebensmitteleinzelhandel arbeitet oft mit 20 bis 30 % Handelsspanne bei hohem Umsatz, Mode und Schmuck häufig mit 50 % und mehr, Gastronomie mit 60 bis 70 % auf den Wareneinsatz, Elektronik oft nur mit 10 bis 20 %. Entscheidend ist, ob die Marge nach Abzug von Miete, Personal und Marketing noch einen Gewinn übrig lässt, dafür ist der Deckungsbeitrag die bessere Kennzahl.
Typische Fehler bei der Marge
- Marge und Aufschlag verwechseln. 30 % aufschlagen ergibt 23,08 % Marge. Für 30 % Marge teilst du durch 0,7.
- Mit Bruttopreisen rechnen. Die Umsatzsteuer gehört nicht in den Rohertrag.
- Rabatte vergessen. Ein Aktionsrabatt von 20 % auf 70 € senkt den VK auf 56 € und die Marge von 42,86 auf 28,57 %.
- Marge über verschiedene Artikel mitteln. Die Gesamtmarge ergibt sich aus Summe Rohertrag ÷ Summe Umsatz, nicht aus dem Durchschnitt der Prozentsätze.
- Marge mit Gewinn gleichsetzen. Von der Marge gehen noch alle Fixkosten ab.
- Negative Marge übersehen. Unter Einkaufspreis verkauft ist die Marge negativ. Der Rechner zeigt das mit einem Minus.
Vorgerechnete Beispiele
| EK / VK (netto) | Rohertrag | Aufschlag | Marge |
|---|---|---|---|
| 40 € / 70 € | 30,00 € | 75 % | 42,86 % |
| 5 € / 10 € | 5,00 € | 100 % | 50 % |
| 100 € / 120 € | 20,00 € | 20 % | 16,67 % |
| 8,50 € / 19,90 € | 11,40 € | 134,12 % | 57,29 % |
| 250 € / 399 € | 149,00 € | 59,60 % | 37,34 % |
| 1,20 € / 2,99 € | 1,79 € | 149,17 % | 59,87 % |
| 12 € / 29,95 € | 17,95 € | 149,58 % | 59,93 % |
| 40 € / 57,14 € | 17,14 € | 42,85 % | 30 % |
| 60 € / 60 € | 0,00 € | 0 % | 0 % |
| 80 € / 70 € | −10,00 € | −12,5 % | −14,29 % |
Häufige Fragen zur Marge
Wie berechne ich die Marge in Prozent?
Verkaufspreis minus Einkaufspreis, geteilt durch den Verkaufspreis, mal 100: alles netto. Bei 40 € Einkauf und 70 € Verkauf: (70 − 40) ÷ 70 × 100 = 42,86 %. Der Rohertrag von 30 € macht also knapp 43 % des Verkaufspreises aus.
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?
Die Bezugsgrösse. Die Marge misst den Rohertrag am Verkaufspreis, der Aufschlag am Einkaufspreis. 30 € Rohertrag bei EK 40 € und VK 70 € sind 42,86 % Marge und 75 % Aufschlag. Die Marge ist immer die kleinere Zahl.
Wie rechne ich einen Aufschlag in eine Marge um?
Marge = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag) × 100. Aus 50 % Aufschlag werden 50 ÷ 150 × 100 = 33,33 % Marge. Umgekehrt: Aufschlag = Marge ÷ (100 − Marge) × 100, aus 33,33 % Marge werden 50 % Aufschlag.
Wie berechne ich den Verkaufspreis bei 30 % Marge?
Einkaufspreis geteilt durch (1 − 0,30): 40 € ÷ 0,7 = 57,14 € netto. Nicht 40 × 1,3 = 52 €: das wäre ein Aufschlag von 30 %, aber nur 23,08 % Marge. Für den Bruttopreis kommt zum Schluss die Mehrwertsteuer dazu: 57,14 × 1,19 = 68,00 €.
Was ist der Unterschied zwischen Marge und Handelsspanne?
Nichts: beide Begriffe meinen den Rohertrag im Verhältnis zum Verkaufspreis. „Handelsspanne“ ist der ältere Fachbegriff aus dem Einzelhandel und der Handelskalkulation, „Marge“ der heute üblichere. Beide werden netto berechnet.
Was ist eine gute Marge?
Das hängt stark von der Branche ab. Lebensmitteleinzelhandel liegt oft bei 20 bis 30 %, Elektronik bei 10 bis 20, Mode häufig über 50, Gastronomie bei 60 bis 70 auf den Wareneinsatz. Ein einzelner Wert sagt ohne Branchenvergleich und ohne Blick auf die Fixkosten wenig aus.
Kann die Marge negativ sein?
Ja, wenn du unter Einkaufspreis verkaufst: bei Lockangeboten oder Restposten. Bei EK 80 € und VK 70 € ist die Marge −14,29 %. Der Rechner zeigt das mit einem Minus an: als Warnsignal, nicht als Fehler.
Rechne ich die Marge brutto oder netto?
Netto. Die Mehrwertsteuer ist ein durchlaufender Posten und gehört weder in den Einkaufs- noch in den Verkaufspreis der Kalkulation. Mit Bruttopreisen erscheint die Marge um mehrere Prozentpunkte zu hoch. Bei EK 40 € und VK 83,30 € brutto wären es scheinbar 51,98 % statt 42,86 %.
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Über diesen Rechner
Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (12,5) ebenso wie den Punkt (12.5) und gibt Beträge im deutschen Format aus. Formeln und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.
