Betrag bei  % Mehrwertsteuer.

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Mehrwertsteuer berechnen

Der Rechner arbeitet in beide Richtungen: aus einem Nettobetrag den Bruttobetrag, oder aus einem Bruttobetrag die enthaltene Steuer. Die zweite Richtung ist die, bei der die meisten Fehler passieren. Darunter erfährst du, warum, und wie du 19 % und 7 % auch ohne Rechner sicher herausrechnest.

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Die beiden Rechenrichtungen

Die Mehrwertsteuer ist ein Prozentwert vom Nettobetrag. Der Nettobetrag ist der Grundwert (100 %), der Steuersatz der Prozentsatz, der Bruttobetrag der vermehrte Grundwert: 100 % plus Steuersatz. Aus dieser einen Beziehung folgen beide Formeln.

Brutto = Netto × (1 + Steuersatz ÷ 100)
Netto = Brutto ÷ (1 + Steuersatz ÷ 100)
Steuer = Brutto − Netto

Der Ausdruck in der Klammer ist der Prozentfaktor: 1,19 bei 19 %, 1,07 bei 7 %, 1,20 in Österreich, 1,081 in der Schweiz. Vom Netto zum Brutto wird mit ihm multipliziert, vom Brutto zum Netto wird durch ihn geteilt. Wer sich das merkt, braucht keine weitere Formel.

Netto → Brutto: die Steuer aufschlagen

Das ist die Richtung, in der Rechnungen geschrieben werden. Ein Handwerker berechnet 1.000 € netto für eine Reparatur:

Steuerbetrag
1.000 × 19 ÷ 100 = 190,00 €
Bruttobetrag
1.000 + 190 = 1.190,00 €
In einem Schritt
1.000 × 1,19 = 1.190,00 €

Bei 7 % ist der Faktor 1,07: 50 € netto für Bücher werden 53,50 € brutto. Die Rechnung weist beide Beträge und den Steuerbetrag getrennt aus. Das ist Pflicht nach § 14 UStG, sobald der Empfänger ein Unternehmen ist.

Brutto → Netto: die Steuer herausrechnen

Du hast einen Kassenbon über 1.190 € und willst wissen, wie viel davon Steuer ist. Hier wird geteilt, nicht abgezogen:

Richtig
1.190 ÷ 1,19 = 1.000,00 € netto, Steuer 190,00 €
Falsch
1.190 − 19 % = 1.190 × 0,81 = 963,90 €: 36,10 € zu wenig

Der Grund für den Unterschied: Die 1.190 € sind nicht 100 %, sondern 119 %. Die 19 % Steuer beziehen sich auf das Netto, das du noch gar nicht kennst. Wer 19 % vom Brutto abzieht, zieht 19 % von einem zu grossen Betrag ab. Das ist derselbe Denkfehler wie beim Zurückrechnen eines Rabatts, und einer der häufigsten Fehler in Kassenbüchern und Reisekostenabrechnungen.

Nur den Steuerbetrag aus dem Brutto bestimmen

Für die Buchhaltung interessiert oft nur der Steueranteil eines Bruttobetrags. Den bekommst du direkt, ohne den Umweg über das Netto:

Steuer aus Brutto = Brutto × Steuersatz ÷ (100 + Steuersatz)
bei 19 %: Brutto × 19 ÷ 119 = Brutto × 0,1597
bei 7 %: Brutto × 7 ÷ 107 = Brutto × 0,0654

In 100 € brutto stecken also 15,97 € Steuer und 84,03 € netto, nicht 19 €. Diese 15,97 % werden manchmal „Mehrwertsteuer im Hundert“ genannt, im Gegensatz zu den 19 % „auf Hundert“. Die Tabelle zeigt die enthaltene Steuer für typische Beträge:

BruttobetragSteuersatzNettoEnthaltene Steuer
10,00 €19 %8,40 €1,60 €
49,99 €19 %42,01 €7,98 €
100,00 €19 %84,03 €15,97 €
119,00 €19 %100,00 €19,00 €
500,00 €19 %420,17 €79,83 €
1.000,00 €19 %840,34 €159,66 €
2.499,00 €19 %2.100,00 €399,00 €
10,70 €7 %10,00 €0,70 €
25,00 €7 %23,36 €1,64 €

19 % und 7 % im Kopf rechnen

19 % aufschlagen: Nimm 20 % und zieh 1 % wieder ab. 20 % sind ein Fünftel, 1 % ist das Komma zwei Stellen nach links. Bei 250 € netto: 20 % = 50 €, 1 % = 2,50 €, Steuer = 47,50 €, brutto 297,50 €.

7 % aufschlagen: 1 % mal sieben. Bei 40 € netto: 0,40 × 7 = 2,80 €, brutto 42,80 €.

19 % herausrechnen: Grob ein Sechstel des Bruttobetrags ist Steuer (genau: 15,97 %). Bei 120 € brutto also etwa 20 €, genau sind es 19,16 €. Für den Überschlag beim Einkauf reicht das; für die Rechnung nimmst du den Rechner oben.

19 % oder 7 %? Welcher Steuersatz gilt

Regelsatz 19 % gilt für fast alles: Dienstleistungen, Elektronik, Kleidung, Möbel, Getränke, Handwerkerrechnungen. Er gilt seit dem 1. Januar 2007; davor waren es 16 %, und in der zweiten Jahreshälfte 2020 galten vorübergehend wieder 16 % und 5 %.

Ermässigter Satz 7 % gilt für Güter des täglichen Bedarfs und Kulturgüter (Anlage 2 zum UStG): Grundnahrungsmittel, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, Schnittblumen und Pflanzen, Tickets für den Nahverkehr, Hotelübernachtungen (nicht das Frühstück), Eintritt zu Theater und Konzerten. Seit dem 1. Januar 2026 gilt der ermässigte Satz auch wieder für Speisen in Restaurants und Cafés: Getränke bleiben bei 19 %.

Die Grenzen sind bekannt für ihre Kuriositäten: Kuhmilch 7 %, Hafermilch 19 %; ein Buch 7 %, das E-Book seit 2020 ebenfalls 7 %; Hundefutter 7 %, Babywindeln 19 %. Im Zweifel steht der Satz auf dem Kassenbon. Dort sind die Positionen mit A (19 %) und B (7 %) markiert.

Österreich und Schweiz

Der Rechner ist nicht auf 19 festgelegt: trag den Satz ein, der gilt. Für Österreich und die Schweiz gibt es eigene Seiten mit den richtigen Vorgaben und den dortigen Regeln: Mehrwertsteuer Österreich und Mehrwertsteuer Schweiz.

LandRegelsatzErmässigte SätzeFaktor (Regelsatz)
Deutschland19 %7 %1,19
Österreich20 %10 % und 13 %1,20
Schweiz8,1 %2,6 % und 3,8 % (Beherbergung)1,081

Beispiel Schweiz: 250 CHF brutto ÷ 1,081 = 231,27 CHF netto, enthaltene Steuer 18,73 CHF. Beispiel Österreich: 1.000 € netto × 1,20 = 1.200 € brutto.

Beispiel: eine Rechnung mit Rabatt und Skonto

Auf einer Geschäftsrechnung kommt die Mehrwertsteuer nie allein. Die Reihenfolge ist festgelegt: erst der Rabatt vom Nettolistenpreis, dann die Steuer auf den rabattierten Nettobetrag, zuletzt das Skonto vom Bruttobetrag.

Listenpreis netto
500,00 €
10 % Rabatt
500 × 0,9 = 450,00 € netto
19 % Mehrwertsteuer
450 × 0,19 = 85,50 €
Rechnungsbetrag brutto
450 + 85,50 = 535,50 €
2 % Skonto bei Zahlung in 10 Tagen
535,50 × 0,98 = 524,79 €

Das Skonto von 10,71 € mindert nachträglich das Entgelt. Deshalb wird auch die Umsatzsteuer anteilig korrigiert (§ 17 UStG): 9,00 € entfallen auf das Netto, 1,71 € auf die Steuer. Beim Verkäufer sinkt die abzuführende Umsatzsteuer, beim Käufer die abziehbare Vorsteuer.

Umsatzsteuer, Vorsteuer und Kleinunternehmer

Rechnerisch gibt es zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer keinen Unterschied. „Umsatzsteuer“ ist der Begriff aus dem Gesetz, „Mehrwertsteuer“ der Alltagsname. Er beschreibt, dass letztlich nur der Mehrwert jeder Handelsstufe besteuert wird. Das funktioniert über die Vorsteuer: Ein Unternehmen zahlt auf seine Einkäufe Steuer, darf sie aber mit der Steuer verrechnen, die es auf seine Verkäufe einnimmt.

Einkauf Material
1.190 € brutto, darin 190 € Vorsteuer
Verkauf an den Kunden
2.380 € brutto, darin 380 € Umsatzsteuer
Zahllast ans Finanzamt
380 − 190 = 190 €: die Steuer auf den Mehrwert von 1.000 €

Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen keine Umsatzsteuer aus und dürfen im Gegenzug keine Vorsteuer ziehen. Die Grenze liegt seit 2025 bei 25.000 € Umsatz im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr. Wer darunter bleibt, braucht den Rechner nur, um fremde Rechnungen nachzuvollziehen. Privatpersonen weisen nie Mehrwertsteuer aus: auch nicht beim Verkauf auf Kleinanzeigen-Plattformen.

Typische Fehler beim Mehrwertsteuer rechnen

  • 19 % vom Brutto abziehen. Ergibt ein zu niedriges Netto (963,90 € statt 1.000 € bei 1.190 €). Durch 1,19 teilen, nicht × 0,81 rechnen.
  • Steuer im Hundert mit Steuer auf Hundert verwechseln. In 100 € brutto stecken 15,97 € Steuer, nicht 19 €.
  • Den falschen Satz nehmen. Frühstück im Hotel 19 %, die Übernachtung 7 %; Speisen im Restaurant 7 %, Getränke 19 %.
  • Skonto vor der Steuer abziehen und die Steuer nicht korrigieren. Der Zahlbetrag stimmt zufällig, die Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht.
  • Zwischenergebnisse runden. Erst der Endbetrag wird auf Cent gerundet; wer den Steuerbetrag vorher rundet und dann addiert, liegt gelegentlich einen Cent neben dem Rechnungsprogramm.
  • Brutto und Netto im Angebot vertauschen. Gegenüber Privatkunden müssen Preise brutto genannt werden (§ 1 PAngV); gegenüber Unternehmen ist netto üblich.

Vorgerechnete Beispiele

AufgabeRechenwegErgebnis
100 € netto + 19 %100 × 1,19119,00 €
1.000 € netto + 19 %1.000 × 1,191.190,00 €
250 € netto + 19 %250 × 1,19297,50 €
119 € brutto − 19 %119 ÷ 1,19100,00 €
19,99 € brutto − 19 %19,99 ÷ 1,1916,80 €
89,90 € brutto − 19 %89,90 ÷ 1,1975,55 €
50 € netto + 7 %50 × 1,0753,50 €
107 € brutto − 7 %107 ÷ 1,07100,00 €
Steuer in 120 € brutto (19 %)120 × 19 ÷ 11919,16 €
1.000 € netto + 20 % (AT)1.000 × 1,201.200,00 €
250 CHF brutto − 8,1 % (CH)250 ÷ 1,081231,27 CHF

Häufige Fragen zur Mehrwertsteuer

Wie rechne ich 19 % Mehrwertsteuer heraus?

Teile den Bruttobetrag durch 1,19. Aus 119 € werden so 100 € netto und 19 € Steuer. Ziehe niemals einfach 19 % vom Bruttobetrag ab. Das ergibt ein zu niedriges Netto, weil sich die 19 % auf das Netto beziehen, nicht auf das Brutto.

Wie berechnet man die Mehrwertsteuer rückwärts?

„Rückwärts“ heisst vom Brutto zum Netto: Netto = Brutto ÷ 1,19 bei 19 % oder ÷ 1,07 bei 7 %. Den reinen Steuerbetrag bekommst du mit Brutto × 19 ÷ 119. Bei 500 € brutto sind das 79,83 € Steuer und 420,17 € netto.

Wie viel Mehrwertsteuer ist in 100 € enthalten?

Bei 19 % sind es 15,97 €, das Netto beträgt 84,03 €. Bei 7 % sind es 6,54 € und 93,46 € netto. Es sind nicht 19 €, weil die 100 € bereits die Steuer enthalten und damit 119 % des Nettobetrags sind.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer?

Rechnerisch keiner. „Umsatzsteuer“ ist der Begriff aus dem Gesetz (UStG), „Mehrwertsteuer“ die im Alltag übliche Bezeichnung. Sie beschreibt das Prinzip: Über den Vorsteuerabzug wird auf jeder Handelsstufe nur der Mehrwert besteuert. Auf Rechnungen stehen beide Varianten.

Wann gelten 7 % statt 19 %?

Für Güter des täglichen Bedarfs und Kulturgüter: Grundnahrungsmittel, Bücher und E-Books, Zeitungen, Schnittblumen, Nahverkehrstickets, Hotelübernachtungen und seit 2026 wieder Speisen in der Gastronomie. Die vollständige Liste steht in Anlage 2 zum Umsatzsteuergesetz; im Zweifel zeigt der Kassenbon den Satz.

Rechnet der Rechner mit Kleinunternehmerregelung?

Wer nach § 19 UStG Kleinunternehmer ist (bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr), weist keine Mehrwertsteuer aus und zieht keine Vorsteuer. Dann brauchst du den Rechner nur, um fremde Rechnungen nachzuvollziehen, etwa um zu prüfen, was ein Angebot netto kostet.

Gilt der Rechner auch für Österreich und die Schweiz?

Ja, trag einfach den Satz ein: 20 % oder 10 % für Österreich, 8,1 % oder 2,6 % für die Schweiz. Für beide Länder gibt es eigene Seiten mit den passenden Vorgaben: Mehrwertsteuer Österreich und Mehrwertsteuer Schweiz.

Muss ich als Privatperson Mehrwertsteuer berechnen?

Nein. Privatpersonen weisen nie Mehrwertsteuer aus, auch nicht beim Verkauf gebrauchter Sachen. Du brauchst die Rechnung nur in die andere Richtung. Um zu sehen, wie viel Steuer in einem Preis steckt, etwa bei Handwerkerleistungen, die du in der Steuererklärung angibst.

Passende Rechner

Quellen

Über diesen Rechner

Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (12,5) ebenso wie den Punkt (12.5) und gibt Beträge im deutschen Format aus. Steuersätze und Formeln zuletzt geprüft am 2. September 2026. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.