Von Sophie Gehring · Formeln zuletzt geprüft am · Rechenfehler melden
Gerundet auf zwei Nachkommastellen; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit.
Skonto berechnen
Skonto ist ein Preisnachlass dafür, dass du eine Rechnung früher bezahlst als vereinbart. Typisch sind 2 oder 3 Prozent bei Zahlung binnen sieben bis vierzehn Tagen. Der Rechner zeigt Skontobetrag und Zahlbetrag mit Rechenweg; darunter erfährst du, warum sich diese zwei Prozent fast immer lohnen, wie du das auf einen Jahreszins umrechnest und was mit der Mehrwertsteuer passiert.
Auf dieser Seite
- Was ist Skonto?
- So wird Skonto berechnet
- Beispiel Schritt für Schritt
- Warum sich Skonto fast immer lohnt
- Skonto ziehen oder Konto überziehen?
- Skonto und Mehrwertsteuer
- Vom Zahlbetrag zurück zur Rechnung
- Fristen, Teilzahlung und Vereinbarung
- Skonto, Rabatt und Bonus
- Typische Fehler
- Vorgerechnete Beispiele
- Häufige Fragen
Was ist Skonto?
Skonto ist ein prozentualer Abzug vom Rechnungsbetrag, den der Verkäufer gewährt, wenn der Käufer innerhalb einer kurzen Frist zahlt: zum Beispiel „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto“. Für den Käufer ist es ein Preisnachlass, für den Verkäufer der Preis für schnelles Geld. Anders als ein Rabatt steht das Skonto nicht als Abzug auf der Rechnung, sondern entscheidet sich erst beim Bezahlen.
So wird Skonto berechnet
Der Skontobetrag ist ein ganz normaler Prozentwert vom Rechnungsbetrag, und zwar vom Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer:
Skontobetrag = Rechnungsbetrag × Skontosatz ÷ 100
Zahlbetrag = Rechnungsbetrag − Skontobetrag
oder direkt: Zahlbetrag = Rechnungsbetrag × (1 − Skontosatz ÷ 100)
Bei 2 % Skonto ist der Faktor 0,98, bei 3 % ist er 0,97. Wer den Zahlbetrag direkt braucht, multipliziert einmal mit dem Faktor und ist fertig.
Beispiel Schritt für Schritt
Aufgabe: Eine Rechnung über 1.190 € brutto ist „zahlbar innerhalb von 10 Tagen mit 2 % Skonto, 30 Tage netto“. Du zahlst am 8. Tag.
- Skontobetrag
- 1.190 × 2 ÷ 100 = 23,80 €
- Zahlbetrag
- 1.190 − 23,80 = 1.166,20 €
- Kontrolle über den Faktor
- 1.190 × 0,98 = 1.166,20 €
Du überweist 1.166,20 € und gibst im Verwendungszweck die Rechnungsnummer und „abzüglich 2 % Skonto“ an. Der Verkäufer bucht die Differenz als gewährtes Skonto, nicht als offenen Restbetrag.
Warum sich Skonto fast immer lohnt
2 % klingen wenig, sind aber auf das Jahr gerechnet enorm. Wer statt in 30 Tagen schon nach 10 Tagen zahlt, verzichtet auf 20 Tage Zahlungsziel und bekommt dafür 2 %. Auf ein Jahr mit 360 Zinstagen hochgerechnet:
Jahreszins ≈ Skontosatz ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist) × 360
2 ÷ (30 − 10) × 360 = 36 % p. a.
Genau genommen beziehst du die 2 % auf die 98 %, die du tatsächlich zahlst, und kommst auf 36,7 %. Für die Entscheidung reicht die Faustformel. Sie zeigt, wie teuer es ist, das Skonto nicht zu nutzen: die Tabelle für die üblichen Konditionen:
| Kondition | Rechnung | Entspricht Jahreszins |
|---|---|---|
| 1 % in 10 Tagen, 30 Tage netto | 1 ÷ 20 × 360 | 18 % |
| 2 % in 10 Tagen, 30 Tage netto | 2 ÷ 20 × 360 | 36 % |
| 2 % in 14 Tagen, 30 Tage netto | 2 ÷ 16 × 360 | 45 % |
| 3 % in 10 Tagen, 30 Tage netto | 3 ÷ 20 × 360 | 54 % |
| 2 % in 30 Tagen, 60 Tage netto | 2 ÷ 30 × 360 | 24 % |
| 3 % in 15 Tagen, 60 Tage netto | 3 ÷ 45 × 360 | 24 % |
Skonto ziehen oder Konto überziehen?
Die Frage stellt sich, wenn das Geld für die frühe Zahlung nicht auf dem Konto liegt. Antwort: Solange dein Kontokorrent- oder Dispokredit weniger als die 36 % aus der Tabelle kostet, ist Skonto ziehen die günstigere Variante, und das ist praktisch immer der Fall.
- Skontovorteil
- 1.190 × 2 % = 23,80 €
- Überziehungszinsen für 20 Tage bei 12 %
- 1.166,20 × 12 ÷ 100 × 20 ÷ 360 = 7,77 €
- Vorteil durch Skonto
- 23,80 − 7,77 = 16,03 €
Selbst mit einem teuren Dispo von 12 % bleibt ein Plus von gut 16 € pro 1.190 € Rechnung. Deshalb gilt in der Betriebswirtschaft: Skonto ist der günstigste Kredit, den es gibt. Man muss ihn nur nutzen. Wie sich Zinsen für Tage rechnen, steht im Zinsrechner.
Skonto und Mehrwertsteuer
Skonto wird vom Bruttobetrag abgezogen, also inklusive Mehrwertsteuer. Weil sich dadurch nachträglich das Entgelt mindert, muss auch die Umsatzsteuer korrigiert werden (§ 17 UStG). Der Skontobetrag wird deshalb in einen Netto- und einen Steueranteil aufgeteilt:
- Skonto brutto
- 23,80 €
- Nettoanteil
- 23,80 ÷ 1,19 = 20,00 €
- Steueranteil
- 23,80 − 20,00 = 3,80 €
Beim Verkäufer sinkt die abzuführende Umsatzsteuer um 3,80 €, beim Käufer die abziehbare Vorsteuer um denselben Betrag. Rechnerisch käme derselbe Zahlbetrag heraus, wenn du das Skonto vom Nettobetrag abziehst und dann die Steuer draufrechnest: Faktoren lassen sich vertauschen. Buchhalterisch ist die Reihenfolge trotzdem festgelegt: Rabatt vom Netto, dann Steuer, dann Skonto vom Brutto. Der Mehrwertsteuer-Rechner zeigt eine komplette Rechnung mit allen drei Schritten.
Vom Zahlbetrag zurück zur Rechnung
Auf dem Kontoauszug steht der Zahlbetrag nach Skonto. Wie hoch war die Rechnung? Der Zahlbetrag ist ein verminderter Grundwert: Er entspricht 98 %, nicht 100 %. Deshalb wird geteilt, nicht aufgeschlagen.
- Richtig
- 980 ÷ 0,98 = 1.000,00 €
- Falsch
- 980 × 1,02 = 999,60 €: 2 % vom kleineren Betrag
Bei 2 % ist der Unterschied klein, bei 3 % und grossen Beträgen fällt er beim Abgleich mit der offenen Postenliste auf.
Fristen, Teilzahlung und Vereinbarung
- Skonto muss vereinbart sein. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch. Steht es nicht im Vertrag, im Angebot oder auf der Rechnung, darfst du es nicht abziehen. Ein eigenmächtiger Abzug ist eine Teilzahlung, und der Rest bleibt offen.
- Die Frist zählt ab Rechnungsdatum oder ab Zugang, je nach Formulierung. Massgeblich ist meist der Zahlungseingang beim Verkäufer, nicht der Tag deiner Überweisung. Bei knappen Fristen einen Tag Puffer einplanen.
- Nur bei vollständiger Zahlung. Üblicherweise gilt Skonto für den ganzen Rechnungsbetrag innerhalb der Frist, nicht für Teilzahlungen. Es sei denn, es ist ausdrücklich anders vereinbart.
- Nach der Frist gilt der volle Betrag. Wer zu spät zahlt und trotzdem Skonto abzieht, bekommt eine Mahnung über die Differenz.
Skonto, Rabatt und Bonus
| Nachlass | Wofür | Wann abgezogen | Bezug |
|---|---|---|---|
| Rabatt | Menge, Treue, Aktion | auf der Rechnung, vor der Steuer | Nettopreis |
| Skonto | schnelle Zahlung | beim Bezahlen | Bruttobetrag |
| Bonus | Jahresumsatz | nachträglich, meist jährlich | Umsatz eines Zeitraums |
Alle drei sind Prozentrechnung, aber mit verschiedenen Grundwerten und Zeitpunkten. Auf einer Rechnung mit Rabatt und Skonto greift erst der Rabatt auf den Listenpreis, dann die Mehrwertsteuer, zuletzt das Skonto auf den Bruttobetrag.
Typische Fehler beim Skonto
- Skonto ohne Vereinbarung abziehen. Das ist eine Teilzahlung, keine Skontierung.
- Nach Fristende abziehen. Die 10 Tage sind eine harte Grenze; der Zahlungseingang zählt.
- Vom Nettobetrag rechnen. Skonto bezieht sich auf den Bruttobetrag; der Steueranteil wird anschliessend korrigiert.
- Rückwärts aufschlagen statt teilen. 980 ÷ 0,98 = 1.000 €, nicht 980 × 1,02.
- Skonto als Kleinigkeit abtun. 2 % für 20 Tage sind 36 % im Jahr. Kein Dispo ist so teuer.
- Skonto und Rabatt addieren. Sie greifen nacheinander auf verschiedene Beträge; Faktoren multiplizieren.
Vorgerechnete Beispiele
| Rechnung und Skonto | Skontobetrag | Zahlbetrag |
|---|---|---|
| 1.190 € bei 2 % | 23,80 € | 1.166,20 € |
| 500 € bei 3 % | 15,00 € | 485,00 € |
| 2.500 € bei 2 % | 50,00 € | 2.450,00 € |
| 99,90 € bei 2 % | 2,00 € | 97,90 € |
| 10.000 € bei 3 % | 300,00 € | 9.700,00 € |
| 750 € bei 1,5 % | 11,25 € | 738,75 € |
| 1.000 € bei 2 % | 20,00 € | 980,00 € |
| 4.250 € bei 2,5 % | 106,25 € | 4.143,75 € |
| 320 € bei 3 % | 9,60 € | 310,40 € |
| 15.470 € bei 2 % | 309,40 € | 15.160,60 € |
Häufige Fragen zum Skonto
Wie berechne ich 2 % Skonto?
Rechnungsbetrag mal 0,02 ergibt den Skontobetrag, mal 0,98 den Zahlbetrag. Bei 1.190 €: Skonto 23,80 €, zu zahlen 1.166,20 €. Im Kopf: 1 % ist das Komma zwei Stellen nach links (11,90 €), mal zwei sind 23,80 €.
Wird Skonto vom Brutto- oder Nettobetrag abgezogen?
Vom Bruttobetrag, also inklusive Mehrwertsteuer. Die Steuer verringert sich dadurch anteilig und muss in der Buchhaltung korrigiert werden (§ 17 UStG): Von 23,80 € Skonto bei 19 % entfallen 20,00 € auf das Netto und 3,80 € auf die Steuer.
Lohnt sich Skonto, wenn ich dafür das Konto überziehen muss?
Fast immer. 2 % Skonto für 20 Tage früheres Zahlen entsprechen rund 36 % Jahreszins. Ein Dispo mit 12 % kostet für dieselben 20 Tage bei 1.166,20 € nur 7,77 €. Gegenüber 23,80 € Skonto bleibt ein Vorteil von 16,03 €.
Wie rechne ich Skonto in einen Jahreszins um?
Skontosatz geteilt durch die Tage, die du früher zahlst, mal 360. Bei „2 % in 10 Tagen, 30 Tage netto“: 2 ÷ 20 × 360 = 36 % pro Jahr. Genau bezogen auf den Zahlbetrag sind es 36,7 %. Die Zahl zeigt, wie teuer das Zahlungsziel ist, wenn du das Skonto liegen lässt.
Was ist der Unterschied zwischen Skonto und Rabatt?
Rabatt ist ein Nachlass auf den Preis (für Menge, Treue oder eine Aktion) und steht schon auf der Rechnung, abgezogen vor der Mehrwertsteuer. Skonto ist ein Nachlass fürs schnelle Zahlen, wird erst beim Bezahlen vom Bruttobetrag abgezogen und entfällt, wenn du die Frist verpasst.
Darf ich Skonto ziehen, wenn nichts vereinbart ist?
Nein. Skonto muss vertraglich, im Angebot oder auf der Rechnung eingeräumt sein. Ein eigenmächtiger Abzug ist rechtlich eine Teilzahlung: Der Restbetrag bleibt offen, und du gerätst damit in Verzug.
Wie rechne ich vom Zahlbetrag auf den Rechnungsbetrag zurück?
Zahlbetrag durch (1 − Skontosatz ÷ 100) teilen. Bei 980 € nach 2 % Skonto: 980 ÷ 0,98 = 1.000 €. Nicht 980 × 1,02 rechnen. Das ergibt 999,60 €, weil sich die 2 % auf den höheren Rechnungsbetrag beziehen.
Zählt für die Skontofrist mein Überweisungstag oder der Zahlungseingang?
In der Regel der Zahlungseingang beim Verkäufer, sofern die Rechnung nichts anderes sagt. Bei einer Frist von 10 Tagen ab Rechnungsdatum solltest du spätestens am 8. Tag überweisen. Im Zweifel steht die genaue Formulierung in den Zahlungsbedingungen.
Passende Rechner
- Mehrwertsteuer-RechnerBrutto und netto berechnen
- RabattrechnerNachlass auf den Preis
- ZinsrechnerZinsen für Tage und Monate
- Marge berechnenAufschlag und Handelsspanne
- HandelskalkulationVom Listenpreis zum Verkaufspreis
- Grundwert berechnenDer verminderte Grundwert
Quellen
- § 17 UStG: Änderung der Bemessungsgrundlage: Warum der Skontoabzug Umsatzsteuer und Vorsteuer nachträglich mindert.
Über diesen Rechner
Alle Ergebnisse werden kaufmännisch auf zwei Nachkommastellen gerundet; gerechnet wird intern mit voller Genauigkeit. Der Rechner nimmt das deutsche Dezimalkomma an (12,5) ebenso wie den Punkt (12.5) und gibt Beträge im deutschen Format aus. Formeln und Beispiele zuletzt geprüft am 2. September 2026. Ist dir ein Rechenfehler aufgefallen? Schreib uns. Bestätigte Fehler korrigieren wir zeitnah.
