Aufschlag oder Marge?
Zwei Zahlen, dieselbe Ware, ein ständiges Missverständnis: 50 % Aufschlag und 33,33 % Marge beschreiben exakt denselben Vorgang. Wer sie verwechselt, kalkuliert um ein Drittel daneben.
Der Unterschied in einem Satz
Beide messen denselben Rohertrag — sie beziehen ihn nur auf verschiedene Zahlen. Der Aufschlag rechnet vom Einkauf aus nach oben, die Marge vom Verkauf aus nach unten.
Aufschlag = (VK − EK) ÷ EK × 100
Marge = (VK − EK) ÷ VK × 100
Bei 120 € Einkauf und 180 € Verkauf ist der Rohertrag beide Male 60 €. Geteilt durch 120 ergibt das 50 % Aufschlag, geteilt durch 180 ergibt es 33,33 % Marge.
Umrechnungstabelle
| Aufschlag auf den EK | Entsprechende Marge |
|---|---|
| 10 % | 9,09 % |
| 20 % | 16,67 % |
| 25 % | 20,00 % |
| 33,33 % | 25,00 % |
| 50 % | 33,33 % |
| 100 % | 50,00 % |
| 150 % | 60,00 % |
| 300 % | 75,00 % |
Marge = Aufschlag ÷ (100 + Aufschlag) × 100
Aufschlag = Marge ÷ (100 − Marge) × 100
Warum das im Alltag teuer wird
Ein Händler will 30 % verdienen und schlägt 30 % auf den Einkauf. Tatsächlich erreicht er nur 23,08 % Marge. Auf 200.000 € Umsatz sind das rund 14.000 € weniger Rohertrag als geplant. Die Marge ist die Zahl, die in der Gewinn- und Verlustrechnung ankommt — der Aufschlag ist nur das Werkzeug, um dorthin zu kommen.
Häufige Fragen
Welche Zahl ist die richtige?
Beide, für verschiedene Zwecke. Kalkuliert wird mit dem Aufschlag, weil man vom Einkaufspreis ausgeht. Berichtet und verglichen wird mit der Marge, weil sie sich auf den Umsatz bezieht.
Ist Handelsspanne dasselbe wie Marge?
Ja. Handelsspanne, Rohertragsquote und Bruttomarge meinen alle den Rohertrag in Prozent vom Verkaufspreis.
Kann die Marge über 100 % liegen?
Nein — sie ist immer kleiner als 100 %, weil der Rohertrag höchstens dem Verkaufspreis entsprechen kann. Der Aufschlag dagegen kennt keine Obergrenze.
